Ist Butterbrotpapier umweltfreundlich? 15 wichtige Fakten (erklärt)

Ist Butterbrotpapier umweltfreundlich? 15 wichtige Fakten (erklärt)

zuletzt aktualisiert am 18 Juni 2022

Butterbrotpapier ist günstig und äußerst praktisch, um die Brotzeit oder andere Lebensmittel zu verpacken.

Doch wie steht es um die Umweltverträglichkeit von Brotpapier?

Grundsätzlich ist (Butter-) Brotpapier zwar umweltfreundlicher als Alufolie oder Frischhaltefolie aus Kunststoff – doch ganz so tadellos ist seine Umweltbilanz erstaunlicherweise dennoch nicht.

Was du über die Umweltfreundlichkeit oder -schädlichkeit von Butterbrotpapier wissen musst und ob es bessere Alternativen gibt, erfährst du jetzt.

1. Woraus besteht Butterbrotpapier eigentlich?

Butterbrotpapier besteht – wie der Name schon nahe legt – aus Papier, wobei sich die Rohstoffquelle unterscheiden kann.

In der Regel wird zur Herstellung des Papiers entweder Zellstoff aus Holz, aber oft auch andere Pflanzenfasern verwendet.

Insofern gibt es also durchaus holzfreies Butterbrotpapier, wenn andere pflanzliche Rohstoffe für die Papierherstellung eingesetzt werden.

Der Unterschied zu normalem Papier liegt darin, dass die Zellstofffasern bei der Herstellung stark gepresst werden, wodurch Butterbrotpapier kaum noch saugfähig und zudem fettdicht und wasserresistent ist (jedoch nicht wasserdicht).

Je nach Hersteller werden unter Umständen noch weitere Inhaltsstoffe verwendet, beispielsweise Beschichtungen, um das Butterbrotpapier zudem wasserdicht zu machen.

2. Wird Butterbrotpapier umweltfreundlich hergestellt?

Das hängt stark von dem konkreten Hersteller und der Art des Butterbrotpapiers ab, aber generell hat die Produktion von (Butterbrot-) Papier stets negative Umweltauswirkungen.

Denn grundsätzlich verbraucht jede Art der Papierherstellung immer sehr viel Wasser und Energie und ist damit nicht sehr umweltfreundlich.

Das gilt selbst für den besten Fall, wenn das Papier zu 100% aus Recyclingpapier besteht und keine gefährlichen Chemikalien wie Bleichmittel eingesetzt werden.

Leider bieten nur sehr wenige Hersteller Butterbrotpapier an, was aus Altpapier produziert und nicht gebleicht oder beschichtet wurde.

3. Ist Butterbrotpapier nachhaltig?

Die Nachhaltigkeit von Butterbrotpapier steht und fällt in erster Linie mit dem verwendeten Rohstoff bei der Papierproduktion.

Wenn es nicht aus recyceltem Altpapier hergestellt ist, wurden dafür Bäume oder andere Pflanzen genutzt, was deutlich weniger nachhaltig ist, als Recyclingpapier zu verwenden.

Zudem kommt beim Butterbrotpapier oft der Nachteil hinzu, dass es nur ein einziges Mal verwendet werden kann und anschließend im Restmüll landet.

Aufgrund dieses fehlenden Wertstoffkreislaufes ist Butterbrotpapier meistens ein Einmalprodukt, was der Idee der Nachhaltigkeit nicht zuträglich ist.

4. Ist Butterbrotpapier umweltfreundlicher als Plastikboxen?

Das kommt darauf an, denn einerseits wird Papier aus nachwachsenden Ressourcen hergestellt und ist in sofern zunächst nachhaltig.

Wie wir gesehen haben, ist Butterbrotpapier aber nur selten aus Altpapier hergestellt und die Papierherstellung belastet generell die Umwelt recht stark.

Hinzu kommt, dass Butterbrotpapier oft nur ein Mal verwendet wird und dann im Müll landet, wohingegen eine Plastikbox mehrere Jahre halten kann.

Allerdings ist natürlich auch die Kunststoffherstellung alles andere als umweltfreundlich: Erdöl ist ein endlicher Rohstoff, bei dessen Förderung und Verarbeitung große Umweltschäden entstehen.

Zudem können Kunststoffe über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte Umweltschäden verursachen, wenn sie nicht ordnungsgemäß entsorgt werden und in die Natur gelangen.

Zwar sind einige Plastiksorten – unter anderem oft die für Brotboxen verwendeten – durchaus recycelbar, jedoch ist beim Recycling von Plastik immer nur etwa 30% des alten Kunststoffes für neue Produkte verwendbar, der Rest muss durch „frischen“ Kunststoff ergänzt werden.

Untersuchungen zufolge verursacht die tägliche Nutzung eines neuen Butterbrotpapiers über 5 Jahre etwa 1,6 kg CO2.

Auf den ersten Blick erscheinen da die 1,05 kg CO2 für die Herstellung einer Plastikbox als umweltfreundlicher – jedoch fällt die Umweltbilanz der Box unter Berücksichtigung des Heißwassers für tägliches Spülen mit fast 68 kg CO2 deutlich schlechter aus.

5. Ist Butterbrotpapier umweltfreundlicher als Alufolie?

Alufolie ist eine ebenfalls sehr beliebte Methode, Lebensmittel zu verpacken und für viele eine Alternative zum Butterbrotpapier.

Wie du allerdings in unserem Artikel hier erfährst, ist Aluminium zwar sehr gut recycelbar, allerdings hat es eine äußerst schlechte Ökobilanz und ist sehr umweltschädlich in seiner Produktion.

Die Herstellung von Papier ist zwar ebenfalls belastend für die Umwelt, aber in keiner Weise vergleichbar mit den Auswirkungen der Alu-Produktion.

Insofern solltest du aus Rücksicht auf die Umwelt stets Butterbrotpapier den Vorzug geben, und Alufolie nur äußerst selten und sparsam verwenden.

6. Ist Butterbrotpapier umweltschädlich?

Ungebleichtes und ohne Chemikalien hergestelltes Brotpapier ist weitaus weniger umweltschädlich als mit synthetischen Wachs, Silikon oder Paraffin beschichtetes oder darin getränktes.

Zudem wird es aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen (Pflanzenfasern) hergestellt, was es grundsätzlich umweltfreundlicher macht als Frischhaltefolien aus Kunststoff (die auf Erdöl basieren) oder Alufolie.

Wenn es zudem noch aus Altpapier hergestellt wurde, wäre seine Umweltbilanz noch wesentlich besser – allerdings wirst du es schwer haben, Brotpapier aus recyceltem Papier zu finden.

Deshalb trägt Butterbrotpapier zum Rückgang der weltweiten Waldbestände bei, da es nicht aus Altpapier besteht sondern oft aus Frischholzfasern.

Außerdem lässt sich die Tatsache nicht wegdiskutieren, dass die Papierindustrie enorme Mengen an Wasser und Energie verbraucht und somit zweifelsohne einen negativen Umwelteinfluss hat.

Die praktische Frage ist also vielmehr, ob es umweltfreundlicher als andere Alternativen ist – und abgesehen von der langfristig verwendeten Brot- oder Frischhaltebox, schneidet Brotpapier generell sehr gut ab in seiner Umweltbilanz.

7. Ist Butterbrotpapier biologisch abbaubar?

Vorausgesetzt, das Butterbrotpapier ist nicht mit synthetischen Stoffen beschichtet, ist es biologisch abbaubar.

Der Grund ist, dass das Papier aus natürlichen Pflanzenfasern besteht, die von Mikroorganismen relativ schnell zersetzt werden.

Selbst beschichtetes Brotpapier ist unter Umständen auch biologisch abbaubar, solange es sich nicht um Beschichtungen aus Paraffin oder Silikon handelt, sondern natürlichen Wachs.

8. Ist Butterbrotpapier kompostierbar?

Kompostierung ist im Wesentlichen vom Menschen überwachter biologischer Abbau – deshalb ist biologisch abbaubares Butterbrotpapier in aller Regel auch kompostierbar.

Allerdings solltest du zum einen darauf achten, dass das Papier keinerlei Zusatzstoffe beinhaltet und nicht gebleicht ist, damit du deinen Kompost nicht verunreinigst.

Zu anderen solltest du wissen, dass es durchaus eine Weile dauern kann, bis Butterbrotpapier auf dem heimischen Kompost verrottet, da dort andere Bedingungen herrschen als in industriellen Kompostierungsanlagen.

9. Ist Butterbrotpapier recycelbar?

Solange es sich um unbeschichtetes Butterbrotpapier handelt, ist es zumindest theoretisch recycelbar – genau wie jede andere Papierart auch.

Allerdings kann Butterbrotpapier in der Praxis oft dennoch nicht recycelt werden und landet stattdessen im Restmüll, weil es mit Fett oder anderen Lebensmittelresten verunreinigt ist.

Diese Verunreinigungen führen dazu, dass es nicht in die Wiederaufbereitung und den Recyclingkreislauf von Altpapier gelangen darf.

Beschichtetes Butterbrotpapier – egal ob mit natürlicher oder synthetischer Wachsschicht – kann ebenfalls nicht recycelt werden.

10. Wie wird Butterbrotpapier entsorgt?

Sobald dein Butterbrotpapier mit mehr als nur ein paar abschüttelbaren Brotkrümeln verschmutzt ist – insbesondere mit Fett – kannst du es nicht mehr mit dem Altpapier entsorgen.

Stattdessen musst du nicht mehr verwendbares, schmutziges Butterbrotpapier über den Restmüll entsorgen, da es sonst den Altpapierkreislauf verunreinigen würde.

Falls du unbeschichtetes, ungebleichtes und von sonstigen Zusatzstoffen freies Butterbrotpapier hast, kannst du es auch auf deinen heimischen Kompost werfen.

11. Ist Butterbrotpapier beschichtet?

Das kommt darauf an – es gibt sowohl unbeschichtete als auch beschichtete Varianten zu kaufen.

In seiner ursprünglichen Form als Pergamentersatzpapier ist Butterbrotpapier lediglich Papier ohne Beschichtung, welches aufgrund seiner speziellen Verarbeitung fettabweisende und wasserresistente Eigenschaften besitzt.

Um diese Eigenschaften zu verstärken, beschichten einige Hersteller ihr Butterbrotpapier jedoch zusätzlich.

12. Ist Butterbrotpapier Wachspapier?

In seiner „reinen“ Form ist Butterbrotpapier nicht identisch mit Wachspapier, da Butterbrotpapier nicht zwangsläufig in Wachs getränkt ist.

Bei Wachspapier hingegen handelt es sich immer um in natürlichem oder synthetischem Wachs oder Paraffin getränktes Papier, um es wasser- und aromadicht sowie fettabweisend zu machen.

Heutzutage sind jedoch auch viele Brotpapiere ebenfalls in Wachs oder Paraffin getränkt, was sie somit genau genommen Wachspapier (auch Fettpapier genannt) macht.

Backpapiere sind übrigens ebenfalls eine spezielle Art von Wachspapier, die für Verwendung bei hohen Temperaturen entwickelt wurden.

13. Ist Butterbrotpapier Pergamentpapier?

Nein, Butterbrotpapier ist klar von Pergamentpapier zu unterscheiden – tatsächlich ist Butterbrotpapier sogenanntes Pergamentersatzpapier.

Pergament wurde als Vorläufer von Schreibpapier früher aus Tierhäuten hergestellt.

Heute besteht Pergamentpapier zwar genau wie andere Papiersorten aus Zellstoff, allerdings wird es im Gegensatz zu Butterbrotpapier mit Schwefelsäure behandelt.

Das führt dazu, dass Pergamentpapier dauerhaft komplett wasserdicht und auch nicht kompostierbar ist – im Gegensatz zu (unbeschichtetem) Brotpapier.

14. Ist Butterbrotpapier giftig?

Generell geht von Butterbrotpapier bei ordnungsgemäßer Anwendung keinerlei Gefahr aus, da es speziell für den direkten Kontakt Lebensmitteln gemacht ist.

Das Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg hat Proben von 30 verschiedenen Butterbrotpapieren analysiert und festgestellt, dass keinerlei Schwermetalle (wie Blei, Quecksilber, Cadmium) aus dem Papier auf die Lebensmittel übergehen.

Diese Schwermetalle können nämlich als Hilfsstoffe im ungünstigsten Fall bei seiner Herstellung ins Brotpapier übergehen – die Untersuchung gibt diesbezüglich jedoch absolute Entwarnung.

Weiterhin untersuchten die Experten die Papierproben auf flüchtige Stoffe, die ebenfalls bei der Produktion ins Papier gelangen können.

Hier fanden die Forscher bei 6 der 30 Papierproben Spuren von Formaldehyd, was generell gesundheitsschädlich ist, aber in jedem Fall unterhalb der Grenzwerte lag.

Auf der sicheren Seite bist du zudem, wenn du möglichst auf unbehandeltes Papier setzt, was entweder gar nicht oder nur mit natürlichem Bienenwachs getränkt ist.

15. Ist Butterbrotpapier Plastik?

Nein, Butterbrotpapier ist kein Plastik, sondern generell aus Pflanzenfasern – und damit natürlichen Rohstoffen – hergestelltes Papier.

Allerdings gibt es durchaus Brotpapiere, die in künstlichem Wachs oder Paraffin getränkt oder mit Silikon beschichtet sind.

Insofern ist zwar Butterbrotpapier kein Plastik, kann aber durchaus Kunststoffe beinhalten, um seine gewünschten wasserabweisenden und fettresistenten Eigenschaften zu verstärken.

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