Ist Backpapier umweltfreundlich? 12 wichtige Fakten, die du wissen musst

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Ist Backpapier umweltfreundlich

Backpapier ist günstig und komfortabel – verhindert es doch das lästige Ankleben der Backware am Blech.

Da es aus der natürlichen Ressource Papier besteht, ist es doch sicher auch nicht schlecht für die Umwelt, oder?

Tatsächlich ist Backpapier aber eher umweltschädlich und wenig nachhaltig. Das liegt vor allem daran, dass es stets aus Frischfaserholzstoff besteht und aufgrund seiner Beschichtung weder recycelbar noch kompostierbar ist.

Was du über die Umweltauswirkungen von Backpapier wissen musst, erfährst du jetzt.

1. Wird Backpapier umweltfreundlich hergestellt?

Backpapier besteht zunächst immer aus normalem Papier, was anschließend beschichtet wird, um es fett- und temperaturbeständig zu machen.

Das unterscheidet es übrigens von Butterbrotpapier, was Backpapier zwar sehr ähnlich ist, allerdings nicht für hohe Temperaturen ausgelegt ist.

Als Produkt der Papierindustrie verursacht Backpapier somit direkt den bei der Papierherstellung enormen Energie- und Wasserverbrauch. Tatsächlich zählt die Papierindustrie zu den energieintensivsten Branchen.

Weil aber der Energiemix weder in Deutschland noch anderswo auch nur annähernd klimaneutral ist, verursacht die Papierherstellung durch den hohen Stromverbrauch große Mengen an klimaschädlichen CO2-Emissionen.

Außerdem fallen bei der Papierherstellung stets erhebliche Mengen belasteten Abwassers an, die ebenfalls die Umwelt belasten.

Je nachdem, womit das Backpapier beschichtet wird, kommen dann noch weitere Umweltkosten dazu.

Als Beschichtung häufig verwendet wird beispielsweise Silikon, über dessen Umweltauswirkungen du hier mehr erfährst.

2. Ist Backpapier nachhaltig?

Nein, Backpapier ist in aller Regel kein nachhaltiges Produkt, was sowohl an seiner Rohstoffquelle, der Herstellung sowie der Entsorgung liegt.

Am Anfang des Backpapiers steht nämlich immer Frischfaserholzstoff, der also aus extra geschlagenen Bäumen – manchmal auch von Resten aus Sägewerken – stammt.

Das Problem an Papier aus frischem Holz ist, dass die weltweite steigende Nachfrage schon lange nicht mehr allein durch Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft gestillt werden kann.

Deshalb ist Deutschland beispielsweise der weltgrößte Importeur von Holz, um genügend Papier produzieren zu können.

Dieses Holz stammt überwiegend aus Plantagen in Brasilien, für die Regenwälder gerodet wurden (mehr dazu erfährst du hier).

Den Herstellungsprozess selbst haben wir weiter oben schon kurz angesprochen: der extrem hohe Wasserverbrauch, die chemisch belasteten Abwässer sowie die CO2-Emissionen durch den hohen Stromverbrauch machen die Produktion alles andere als nachhaltig.

Und zu guter Letzt ist Backpapier auch ganz am Ende seines Lebenszyklus nicht nachhaltig: denn im Gegensatz zu normalem Papier, Pappe oder Karton kann es aufgrund seiner Beschichtung und Verunreinigung mit Fett weder recycelt noch kompostiert werden.

Wenn man sich also die extrem hohen Umweltkosten der Papierherstellung vor Augen führt, ist ein Einmal-Produkt wie Backpapier, was danach im Restmüll landet, so wenig nachhaltig wie kaum ein anderes Papierprodukt.

3. Ist Backpapier umweltschädlich?

Im Großen und Ganzen muss Backpapier tatsächlich als umweltschädlich betrachtet werden, aus folgenden Gründen:

Erstens besteht es nie aus Altpapier, weil recyceltes Papier nicht für direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist (mehr dazu hier).

Darum besteht Backpapier immer aus Frischfaserholz, was im schlechtesten Fall zum weiteren Rückgang der Waldbestände beiträgt.

Zweitens verbraucht die Herstellung von Papier aus frischen Holzfasern ein Vielfaches an Wasser und Energie und erzeugt damit noch wesentlich mehr klimaschädliche Emissionen als Recyclingpapier. Auch mehr chemisch belastete Abwässer fallen dabei an.

Drittens ist Backpapier höchstens ein paar wenige Male, oftmals aber nur einmal verwendbar und kann aufgrund seiner Beschichtung weder recycelt noch kompostiert werden.

Es landet also stets im Restmüll und damit auf Mülldeponien oder in Müllverbrennungsanlagen, wo es erneut klimaschädliche Emissionen verursacht.

Wesentlich umweltfreundlichere Alternativen zu Backpapier sind beispielsweise:

  • eingefettete Backbleche (die „altmodische“ Methode)
  • Backbleche aus Glas
  • Backsteine

4. Ist Backpapier kompostierbar?

Nein, in aller Regel ist Backpapier nicht kompostierbar. Lass dich also nicht von als „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“ beworbenem Backpapier irreführen.

Denn wie auch Öko-Test feststellte, sind diese fälschlicherweise als „kompostierbar“ bezeichneten Produkte alles andere als kompostierbar.

Reines, unbeschichtetes Papier ist zwar durchaus problemlos und rückstandslos kompostierbar.

Das Problem bei Backpapier ist aber, dass es beschichtet ist – meistens mit Silikon – welches erstens selbst nicht kompostierbar ist und zweitens das Papier komplett von der Außenwelt isoliert, wodurch es nicht von Mikroorganismen zersetzt werden kann.

5. Ist Backpapier recycelbar?

Nein, Backpapier ist aufgrund seiner Beschichtung nicht recycelbar, da diese die Auflösung des Papiers in Wasser verhindert -was aber beim Altpapier-Recycling notwendig ist.

Zudem ist Backpapier ohnehin praktisch immer mit Fett verschmutzt, was ebenfalls die Verwertung im Reyclingkreislauf behindern würde.

6. Wie wird Backpapier entsorgt?

Weil Backpapier wegen seiner Beschichtung nicht recyclingfähig ist, darf es nicht über das Altpapier entsorgt werden, sondern gehört als Restmüll in den normalen Hausmüll.

Obwohl es also den Namen „Papier“ trägt, kann Backpapier nicht mit dem restlichen Papierabfall entsorgt und somit nicht recycelt werden.

Die künstliche Beschichtung ist auch der Grund, warum es zudem auch nicht in die Bio-Tonne gehört, weil es weder biologisch abbaubar noch kompostierbar ist.

7. Ist Backpapier beschichtet?

Ja, Backpapier ist beschichtet, um es einerseits beständig gegen das Fett der Backwaren (oder sonstigen Lebensmittel), und andererseits temperaturbeständig zu machen.

Die in Europa verwendeten Backpapiere sind fast alle mit Silikon beschichtet, welches generell als sicher und lebensmittelecht gilt.

Einige billigere Backpapiere – vor allem verwendet in den USA und anderen Ländern – sind statt Silikon mit sogenanntem Quilon beschichtet, was allerdings das Schwermetall Chrom enthält und beim Verbrennen giftige Dämpfe abgibt.

8. Ist Backpapier Plastik?

Nein, Backpapier ist kein Plastik, sondern beschichtetes Papier.

Allerdings wird es heutzutage überwiegend mit Silikon beschichtet – und wie du hier genauer erfährst, lässt sich Silikon durchaus als Hybrid zwischen Kunststoffen und synthetischem Gummi betrachten.

Insofern könnte man höchstens sagen, dass Backpapier normales Papier ist, was mit einer plastikähnlichen Chemikalie beschichtet ist.

9. Ist Backpapier Butterbrotpapier?

Nein, Backpapier unterscheidet sich insofern von Butterbrotpapier, als dass Letzteres lediglich aus stark gequetschten Zellstofffasern besteht, aber in der Regel nicht beschichtet ist (hier erfährst du mehr über Butterbrotpapier).

Dadurch ist Butterbrotpapier zwar fettresistent, allerdings weder wasserdicht noch temperaturbeständig.

Genau diese Eigenschaften erhält Backpapier durch die Silikonbeschichtung.

10. Ist Backpapier Pergamentpapier?

Nein, Backpapier ist klar von Pergamentpapier zu unterscheiden – Backpapier ist normales Papier, was mit Silikon beschichtet ist.

Während Pergament früher aus Tierhäuten gemacht wurde, wird Pergamentpapier heute hergestellt, indem normales Zellstoffpapier chemisch so behandelt wird, dass es wasser- und fettdicht wird.

Um Pergamentpapier zu bekommen, muss das Papier mit Schwefelsäure behandelt werden, wodurch sich die Papieroberfläche dauerhaft verändert und das Papier so absolut fettdicht und wasserfest wird.

Für die Umwelt ist Pergamentpapier übrigens gleich aus 3 Gründen nachteilig:

  1. es erfordert giftige und umweltschädliche Schwefelsäure
  2. durch die Schwefelsäurebehandlung ist es nicht mehr kompostierbar
  3. es kann nicht mehr über das Altpapier recycelt werden, sondern muss als Restmüll entsorgt werden

Die Behandlung mit Schwefelsäure unterscheidet echtes Pergamentpapier übrigens von Pergamentersatzpapier, welches im Grunde genommen Butterbrotpapier ist.

11. Ist Backpapier Wachspapier?

Nein, im Gegensatz zu Backpapier ist Wachspapier nämlich nicht hitzebeständig, sondern könnte im schlimmsten Fall sogar Feuer fangen.

Wachspapier ist oftmals mit natürlichen oder künstlichen Wachsen wie Paraffin beschichtetes Butterbrotpapier.

Die Wachse würden im Ofen schmelzen, schädliche Dämpfe bilden oder sich mit der Backware auf ihnen vermischen, weshalb Wachspapier ausschließlich für den kalten Gebrauch bestimmt ist.

Backpapier ist nicht mit Wachs, sondern lebensmittelechtem und temperaturbeständigem Silikon beschichtet.

12. Ist Backpapier giftig?

Mit Silikon beschichtetes Backpapier, was in der EU fast ausschließlich verkauft wird, gilt weitgehend als unbedenklich und ungiftig.

Anders sieht es bei mit Quilon beschichtetem Backpapier aus – das ist zwar günstiger als Silikonbackpapier, allerdings ist es nicht nur weniger temperaturbeständig, sondern enthält zudem das Schwermetall Chrom und setzt bei Verbrennen giftige Dämpfe frei.

Wie Öko-Test berichtet, schneiden mit Silikon beschichtete Backpapiere größtenteils gut oder sehr gut ab – lediglich bei der Umweltfreundlichkeit gibt es große Abstriche.

Allerdings gibt es auch einige Studien, welche die absolute Unbedenklichkeit von Silikon in Frage stellen (mehr dazu erfährst du hier).

Aufpassen musst du bei sogenannten Dauerbackfolien, die aus Glasfaser bestehen und mit Teflon beschichtet sind.

Wie der NDR berichtet, können sich aus diesen PTFE Beschichtungen bei hohen Temperaturen giftige Dämpfe bilden.

Und auch Aluminium-Folie solltest du keinesfalls dem Backpapier vorziehen – es ist nicht nur für die Umwelt noch wesentlich schädlicher, sondern Aluminium steht auch im Verdacht, sich im Körper anzureichern und gesundheitsschädlich zu sein.

Manch einer fragt sich zudem, ob Backpapier essbar sei: davon ist klar abzuraten, selbst wenn es mit lebensmittelechtem und generell unbedenklichem Silikon beschichtet ist.

Silikon ist ein Kunststoff aus mineralischen und Erdölkomponenten und nicht zum Verzehr geeignet.

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