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Ist Honig nachhaltig? Was du wissen solltest (+7 wichtige Aspekte)

Ist Honig nachhaltig? Was du wissen solltest (+7 wichtige Aspekte)

zuletzt aktualisiert am 19 Juni 2022

Etwa 20.000 Tonnen Honig verzehren wir Deutschen im Jahr – ein weltweiter Spitzenwert.

Und das hat durchaus seine Gründe: Honig schmeckt nicht nur herrlich süß und gilt als äußerst gesund.

Wer dieses Produkt kauft, unterstützt auch die Imkerei und trägt zum Schutz unserer Bienen bei.

Doch wie nachhaltig ist Honig?

Untersuchungen zeigen: Das kommt stark darauf an, woher er stammt.

Billig-Honig aus dem Ausland enthält oft Schadstoffe und ist mit hohen CO2-Emissionen verbunden – allein schon durch den Transport.

Und auch beim Geschmack haben diese industriell hergestellten Produkte nur noch wenig mit „echtem“ Honig zu tun.

Wenn du bei deutschen Imkern einkaufst, kannst du dagegen fast immer sicher sein, ein reines und umweltfreundliches Naturprodukt zu erhalten.

In diesem Artikel zeigen wir dir, was du beim Honigkauf beachten solltest, wo die Gefahren minderwertiger Produkte liegen und wie du nachhaltig produzierten Honig erkennst.

Ist Honig umweltfreundlich?

Honig ist ein reines Naturprodukt, das Bienen zur Nahrungsversorgung produzieren. In emsiger Fleißarbeit tragen die Tiere Pollen zusammen und verarbeiten diesen mit Enzymen im Magen zu einer süßen, klebrigen Masse.

Imker schleudern den Honig aus den Waben, verändern aber nichts an der Zusammensetzung. Lediglich grobe Rückstände werden entfernt – ansonsten bleibt der Honig so, wie die Bienen ihn bereitgestellt haben.

Die Herstellung von Honig ist relativ energiearm und daher mit geringen Treibhausgasen verbunden. Das zeigt der CO2-Rechner: Auf 1 kg Honig kommen etwa 1,92 kg CO2-Emissionen.

Wenn man bedenkt, wie lange diese Menge in einem durchschnittlichen Haushalt ausreicht, ist das kein hoher Wert.

Natürlich muss man bei der Umweltfreundlichkeit zwischen Qualitätsprodukten und Billig-Honig unterscheiden:

Letzterer ist oft mit Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Antibiotika belastet. Dazu kommen chemische Bienenvertreibungsmittel, mit denen die Insekten beruhigt werden.

All diese Stoffe können einen schädlichen Einfluss auf die Umwelt und ihre Organismen haben.

Natürlich gehen auch Schadstoffe auf den Feldern nicht spurlos an den Bienen vorbei: So stellte Stiftung Warentest in jedem dritten Honig Glyphosat fest – ein Pflanzengift, das in der EU aus Umweltschutzgründen verboten ist.

Wird Honig nachhaltig hergestellt? (7 wichtige Aspekte)

Bienen, die fröhlich über Wiesen summen, Imker, die ihre Tiere hegen und pflegen – dieses Bild möchte die Honigindustrie gerne transportieren. 

Für die Hobby-Imkerei nebenan mag das zutreffen. Wird Honig jedoch in Massenproduktion hergestellt, fällt die Nachhaltigkeitsbilanz oft negativ aus – und zwar aus folgenden Gründen:

1. Wärmebehandlung

Traditionell entziehen Bienen dem Honig Wasser und versetzen ihn mit Enzymen. Da dieser Prozess jedoch langwierig ist, warten nicht alle Honigproduzenten, bis der Honig reif ist.

Vor allem in chinesischen Honigfabriken wird das Produkt unreif geerntet und das Wasser in sog. Vakuum-Trocknungsanlagen entzogen.

Das verbraucht nicht nur Energie und ist für CO2-Emissionen verantwortlich. Dem Honig fehlen so auch alle wertvollen Enzyme, die ihn für uns Menschen gesund machen.

2. Gentechnik

Unlängst zeigte das Institut Oeko-Test: In vielen ausländischen Honigen, etwa aus Süd- und Mittelamerika sowie den USA, finden sich Rückstände gentechnisch veränderter Pollen.

In Deutschland besteht dieses Problem aktuell nicht.

Sollten in Zukunft jedoch gentechnisch veränderte Pflanzen wie Raps und Mais verstärkt angebaut werden, hat das auch einen Einfluss auf den Honig.

Schließlich können Bienen nicht unterscheiden, ob der gesammelte Pollen von einer natürlichen oder genmanipulierten Pflanze stammt.

Verbraucher, die Wert auf Gentechnik-freie Produkte legen, dürften dann keinen Honig mehr essen.

3. Futter für die Bienen

Ebenfalls wichtig ist die Nahrung der Insekten. Da den Bienen ihr Honig „weggenommen“ wird, benötigen Sie Ersatzfutter.

Meist besteht dieses aus einer Zuckerlösung. Wie nachhaltig diese ist, hängt wiederum vom verwendeten Zucker ab.

So kritisieren Umweltschützer schon lange die Auswirkungen des konventionellen Zuckerrübenanbaus auf die Biodiversität und die Qualität des Bodens.

Darum ist die Fütterung mit ökologisch angebautem Zucker zu bevorzugen.

4. Transportkosten

Nur 20 % aller Honige, die hierzulande verkauft werden, stammen aus Deutschland. Der Rest muss aus Ländern wie Indien, China und Argentinien importiert werden.

Natürlich benötigt der Transport auf Schiffen Energie und steht in direktem Zusammenhang mit hohen CO2-Emissionen.

Doch unter den Transport fällt noch ein anderes Phänomen: Viele Imker praktizieren die sog. Wanderimkerei.

Bei dieser werden die Bienen über große Strecken transportiert, um möglichst viele Felder zu bestäuben.

Das ist nicht nur mit hohem Energieverbrauch und CO2-Ausstoß verbunden. Studien legen außerdem nahe, dass die Wanderimkerei einen großen Stress für die Tiere bedeutet.

5. Material der Bienenkörbe

Bei der Nachhaltigkeit von Honig spielt auch die Bienenbehausung eine Rolle.

Körbe aus Holz haben hier im Vergleich zu Kunststoffkörben die Nase vorn, wie wir bereits in diesem Artikel thematisiert haben.

Bei Kunststoffen handelt es sich um Produkte der Erdölindustrie: Es müssen also Ressourcen abgebaut werden, die nicht unbegrenzt verfügbar sind.

Und auch bei der Entsorgung haben Kunststoffe das Nachsehen, da sie nicht biologisch abbaubar sind und sich in giftige Mikropartikel zersetzen. Diese tragen in großem Maße zur Verschmutzung unserer Weltmeere bei.

6. Verpackungsmaterial

Das Gleiche gilt für die Verpackung. Wenn du Honig im Handel kaufst und die Wahl zwischen Plastik und Glas hast, solltest du dich für Glas entscheiden.

Noch besser ist es natürlich, du bringst die leeren Honiggläser zum Imker zurück, von dem du sie gekauft hast. Dieser kann sie dann auswaschen und neu befüllen.

Die Deckel der Gläser sollten übrigens aus recyclebarem Weißblech bestehen, das wesentlich umweltfreundlicher ist als Kunststoff.

7. Soziale Nachhaltigkeit

Ein Großteil des weltweiten Honigs wird in Schwellenländern angebaut. Meist handelt es sich bei den Produzenten um Kleinbauern, die auf den Nebenverdienst durch die Imkerei angewiesen sind.

Doch nicht immer reichen die gezahlten Preise aus, damit die Bauern ihre Familien ernähren können – vor allem nicht, wenn es sich um Billig-Honig mit geringen Gewinnmargen handelt.

Eine Lösung stellen Fair Trade-Produkte dar, die wir weiter unten vorstellen.

Ist Honig biologisch abbaubar?

Mit dieser Frage haben wir uns in einem eigenen Artikel genauer auseinandergesetzt.

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen:

Als reines Naturprodukt ist Honig biologisch abbaubar. Dabei entstehen keine Umweltschäden, sodass du den Honig bedenkenlos entsorgen kannst.

Auf dem Komposthaufen sollte die süße Masse trotzdem nicht landen – es sei denn, du möchtest unbedingt Besuch von einem Insektenschwarm bekommen. Aufgrund der langen Haltbarkeit zersetzt sich Honig außerdem nur langsam.

Und überhaupt haben die Bienen viel zu hart für den Honig geschuftet, um ihn achtlos wegzuwerfen.

Darum stellen wir im Folgenden einige Tipps vor, mit denen der Honig lange genießbar bleibt.

Ist Honig ewig haltbar?

Ewig ist ein großes Wort. Dennoch: Die Bienen leisten bei der Herstellung ganze Arbeit, um Honig haltbar zu machen.

Wenn du dieses Nahrungsmittel kühl und lichtgeschützt lagerst, ist es auch nach Jahren noch genießbar.

Achte außerdem darauf, den Deckel immer gut zu verschließen und den Honig mit einem sauberen Löffel zu entnehmen. So verhinderst du, dass Fremdstoffe eindringen.

Wird Honig zu kühl gelagert, kann er kristallisieren und fest werden. Das macht ihn zwar weniger streichzart, hat auf den Geschmack jedoch keinen Einfluss und ist gesundheitlich unbedenklich.

Du kannst den fest gewordenen Honig im Wasserbad bei etwa 40° C verflüssigen. Höhere Temperaturen sollten es jedoch nicht sein, da sonst das Aroma und wertvolle Inhaltsstoffe des Honigs verloren gehen.

Ist Honigherstellung Ausbeutung der Bienen?

Um diese Frage zu beantworten, sehen wir uns zuerst an, wie Bienen den Honig ohne Eingriff des Menschen produzieren würden:

In freier Wildbahn sammeln die Insekten Nektar und Honigtau, den sie im Bienenstock zu einer klebrigen Masse verarbeiten.

Wenn der Honig reif ist, kommt er in Waben, die dann verschlossen werden. Anschließend dient der Honig als Nahrungsreserve für schlechte Zeiten.

An diesem Punkt greift der Mensch künstlich ein und entnimmt den Honig aus den Waben. Die Bienen müssen erneut ausschwärmen und die Honigproduktion geht von vorne los.

Ob das nun Ausbeutung ist, lässt sich kaum wertungsfrei beantworten.

Versteht man unter Ausbeutung, dass Tiere dem Menschen ein Produkt liefern, auf das sie selbst keinen Zugriff mehr haben, ist die Definition durch Honig sicher erfüllt: genauso wie durch Milch, Eier, Wolle, aber auch Leder, Seide, Perlen – kurzum: alle tierischen Produkte.

Imker protestieren gegen diese Auffassung mit folgendem Argument: Die Bienen müssen ihren Honig zwar abgeben; dafür werden sie jedoch auch umsorgt, geschützt und gefüttert.

Dieses Argument ist nicht abzustreiten: Weder würden die Tiere in der freien Natur genug zu fressen finden, da die meisten Felder heute von Monokulturen beherrscht werden und mit Pestiziden verschmutzt sind.

Noch könnten sie ohne Schädlingsbekämpfung und Medikamente lange überleben. Grund dafür ist die Varroamilbe: ein eingeschleppter Parasit, gegen den die Bienen keine Abwehrkräfte besitzen.

Kurzum: Frei lebende Bienen wären in Deutschland nicht lebensfähig. Und auch eine Landwirtschaft ohne Bienen ist kaum vorstellbar, denn Schätzungen zufolge bestäuben die Insekten 85 % aller Nutzpflanzen in Deutschland.

Natürlich ist die Art der Imkerei entscheidend. Traditionellerweise versuchen Imker, ihre Tiere möglichst artgerecht zu halten und fordern ihnen nicht zu viel ab.

Anders sieht es mit industriellen „Honigfabriken“ aus. Wie bereits erwähnt, wird der Honig dort meist schon geerntet, bevor er reif ist.

Das hat zur Folge, dass die Bienen früher mit der erneuten Nektarsuche anfangen als von der Natur vorgesehen. Die Tiere sind im Dauereinsatz – von Ausbeutung zu sprechen, scheint also nicht weit hergeholt.

Ist Honig Tierquälerei?

Imker sind auf ihre Bienen angewiesen – haben also kein Interesse, diese zu verletzen oder zu töten.

Trotzdem lässt es sich nicht vermeiden, dass einige Tiere beim Sammeln oder Schleudern des Honigs das Zeitliche segnen.

Berücksichtigt man, dass Bienen eine Lebenserwartung von wenigen Monaten haben und ein Schwarm mehrere tausend Tiere umfassen kann, scheint dieser Verlust verschmerzbar.

Aber natürlich geht es bei der Tierquälerei nicht nur um das Töten von Lebewesen, sondern auch um das Zufügen von Leid und Schmerzen.

Besonders heiß diskutiert wird in diesem Zusammenhang das Beschneiden von Bienenköniginnen: Genauer gesagt, werden der Königin dabei die Flügelspitzen gestutzt, um den Schwarm am Wegfliegen zu hindern.

Viele Tierschützer und Imker sprechen sich gegen diese Praxis aus, die für sie eine Verstümmelung der Königin darstellt.

Auch wird das Beschneiden in Deutschland kaum noch vorgenommen, da es andere Methoden gibt, den Schwarmtrieb von Bienen zu unterbinden.

Andere Imker befürworten das Flügelstutzen und argumentieren, dass sie ihren Schwarm so effektiv schützen können – schließlich hätten die wegfliegenden Bienen in der Wildnis kaum Überlebenschancen.

Auch benötigt die Königin ihre Flügel im Bienenstock nicht und verliert diese von allein.

Die Flügelspitzen bestehen aus hartem Chitin, das nicht durchblutet wird – vergleichbar also mit unseren Fingernägeln. Macht der Imker alles richtig, dürfte die Biene die Prozedur kaum spüren.

Doch was ist, wenn das Beschneiden nicht richtig durchgeführt wird?

Und wie sieht es mit dem versehentlichen Verletzen von Bienen aus?

Können Bienen überhaupt Schmerz empfinden? Hier steht die Wissenschaft immer noch vor Rätseln.

Wie alle Lebewesen reagieren Bienen auf Reize mit einem bestimmten Verhalten. Z. B. werden die Tiere versuchen, Gefahrenquellen auszuweichen und wegzufliegen – etwa wenn sie von anderen Insekten gebissen werden. Andernfalls wären sie kaum in der Lage, zu überleben.

Doch Schmerz äußert sich nicht nur im Verhalten, sondern auch in subjektivem Empfinden. Dieses subjektive Schmerzempfinden scheint bei Bienen zu fehlen, da sie, anders als höher entwickelte Tiere, keinen Neokortex besitzen.

Experimente mit Schmerzmitteln können dies verdeutlichen: Diese haben zwar eine Wirkung auf Bienen.

Laut dieser Studie machen die Tiere jedoch keine Anstalten, eine Lösung aus Schmerzmitteln einzunehmen, wenn sie verletzt sind. Dies spricht dafür, dass Bienen sich ihrer Schmerzen nicht subjektiv bewusst sind.

Ist Honig vegan?

Bei Honig handelt es sich um ein tierisches Produkt – genauer gesagt, um ein Nahrungsmittel, das von Tieren produziert, diesen aber weggenommen wird. Darum lehnen die meisten Veganer den Verzehr von Honig ab.

Allerdings gibt es auch weniger strenge Meinungen. Manche Veganer lassen Honig als Nahrungsmittel durchgehen – sofern die Bienen zumindest einen Teil ihres Honigs behalten dürfen und mit hochwertigen Ersatzstoffen gefüttert werden.

Wie erkenne ich nachhaltigen Honig?

Wie bereits erwähnt, schwanken Qualität und Nachhaltigkeit von in Deutschland verkauftem Honig stark.

Vor allem auf günstigen Produkten prangt oft die Aufschrift „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“.

Als Verbraucher hast du keine Möglichkeit, nachzuverfolgen, aus welchem Land der Honig stammt und wie er produziert wurde.

Um ein möglichst reines und umweltfreundliches Produkt zu erhalten, solltest du also auf folgende Qualitätsmerkmale achten:

Honig aus der Region

Das wichtigste Kriterium für nachhaltigen Honig ist die Herkunft.

Bei einem Produkt aus deutschen Imkereien kannst du sicher sein, dass dem Honig keine Inhaltsstoffe hinzugefügt oder weggenommen wurden. Das garantiert die Deutsche Honigverordnung.

Natürlich ist deutscher Honig deutlich teurer als Produkte aus dem Ausland, die in Massenproduktion hergestellt werden.

Dafür unterstützt du mit dem Kauf ein wichtiges Handwerk und trägst zum Schutz der Honigbiene bei.

Außerdem senken kurze Transportwege den Energieverbrauch und damit den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen.

Die problematischen Umweltauswirkungen, die wir im Zusammenhang mit „Honigfabriken“ thematisiert haben, fallen bei den meisten deutschen Imkereien weg.

Wenn du sichergehen willst, dass dein Produkt aus dem Inland stammt, solltest du auf die geschützte Bezeichnung „echter deutscher Honig“ achten.

Bio-Honig

Das europäische Bio-Siegel gewährleistet eine Imkerei im Einklang mit ökologischen und gesundheitlichen Kriterien – wie du an folgenden Vorgaben sehen kannst:

  • Die Bienenstöcke müssen aus Naturmaterialien bestehen, die sich umweltschonend entsorgen lassen.
  • Im Winter werden die Tiere mit eigenem Honig oder Bio-Zucker gefüttert.
  • Den Königinnen die Flügel zu stutzen ist verboten.
  • Zur Behandlung von Bienen und der Desinfektion ihrer Behausungen dürfen keine chemischen Mittel verwendet werden.
  • Bio-Honig ist gentechnikfrei und nur minimal mit Schadstoffen belastet.

Letzter Punkt stellt Bio-Imker vor großen Herausforderungen.

Schließlich wissen die Bienen nicht, ob sie ein mit Gentechnik oder Pestiziden behandeltes Feld ansteuern. Dem Standort der Bienenstöcke kommt darum besondere Bedeutung zu.

Laut Verordnung sollen Bio-Bienenstöcke dort aufgestellt werden, wo sich in einem Umkreis von 3 km hauptsächlich ökologische Anbaugebiete befinden.

Diese Regelung gilt manchen Imkern als unrealistisch, da Bienen oft weiter fliegen als 3 km.

Eine hundertprozentige Garantie für schadstofffreien Honig stellt die Bio-Verordnung also nicht dar. Allerdings sind regelmäßige Kontrollen des Produkts vorgesehen.

Folgende Bio-Honige konnten in Tests besonders gut abschneiden – sowohl beim Geschmack als auch bei der Reinheit der Inhaltsstoffe:

Fair gehandelter Honig

Natürlich ist nicht jeder Honig, der aus dem Ausland stammt, automatisch schlecht.

Außerdem wäre der Bedarf allein mit deutschen Imker-Produkten kaum zu decken. Darum stellen wir dir zwei sozial nachhaltige Gütesiegel für Honig vor:

Fair Trade

Wenn du Wert darauf legst, dass der Honig unter sozialverträglichen Bedingungen hergestellt wird, solltest du auf das Fair Trade-Siegel achten.

Dieses garantiert Imkern einen fairen Preis für ihre Produkte, der nicht den Schwankungen des Weltmarkts unterliegt.

Ferner erhalten die Kleinbauern beim Verkauf eine Prämie. Diese kann beispielsweise für Bildungsprojekte, Gesundheitsversorgung oder den Kauf von Werkzeugen und Equipment verwendet werden.

GEPA

Fair Trade ist nicht das einzige Gütesiegel für nachhaltigen Honig.

Auch GEPA – the Fair Trade Company hat es sich zum Ziel gesetzt, die Bedingungen von Honigproduzenten im Ausland zu verbessern.

Zusätzlich spielen ökologische Faktoren bei diesem Siegel eine wichtige Rolle: So verpflichten sich Mitglieder, zur Herstellung ausschließlich Ökostrom zu verwenden.

Außerdem zahlt GEPA eine Klimapauschale, um die bei der Produktion entstehenden CO2-Emissionen auszugleichen.

3 nachhaltige Alternativen zu Honig

Wer tierische Produkte ablehnt, muss deshalb nicht auf süßen Geschmack verzichten. Folgende Alternativen punkten außerdem mit einer guten Nachhaltigkeitsbilanz:

Honig aus Löwenzahn

Hierzulande ziert Löwenzahn unsere Wiesen und Gärten in Hülle und Fülle.

Doch hast du gewusst, dass sich aus den gelben Blumen auch Honig-Ersatz herstellen lässt?

Das Rezept dafür ist denkbar einfach. Du musst lediglich die Blüten kochen, in Wasser ziehen lassen und durch ein Sieb geben: fertig ist ein rein pflanzlicher Sirup mit ähnlicher Konsistenz wie Honig.

Ein Manko: Du benötigst für die Herstellung jede Menge Zucker: etwa 1 kg für 200 g Löwenzahnsirup. Diesen solltest du aus Bio-Anbau beziehen, um Schäden für die Umwelt zu begrenzen.

Zuckerrübensirup

Wenn du einen Honig-Ersatz suchst, der sowohl rein pflanzlich als auch regional ist, solltest du dir Zuckerrübensirup genauer ansehen.

Dieser gilt außerdem als sehr gesund, da er reich an Ballaststoffen und Spurenelementen ist. 

Damit aus den Rüben dickflüssiger Sirup entsteht, sind Arbeitsschritte wie Zerkleinern, Dämpfen und Pressen nötig.

Das verbraucht natürlich Ressourcen – während Bienen ihren süßen Honig ganz ohne externe Energie herstellen.

Um die Umweltschäden durch den konventionellen Rübenanbau in Grenzen zu halten, solltest du Bio-Produkten den Vorzug geben.

Trockenfrüchte

Getrocknete Datteln, Aprikosen und Rosinen eignen sich als pflanzlicher Honig-Ersatz für das Müsli.

Sie können in Europa angebaut werden, was den Transport um die halbe Welt unnötig macht.

Allerdings wird bei der konventionellen Herstellung oft Methylbromid eingesetzt: ein Gas, das die Ozonschicht schädigt und im Verdacht steht, Krebs zu erregen.

Außerdem verwenden viele Hersteller zur Schädlingsbekämpfung das klimaschädliche Gas Schwefeldioxid.

Ökologisch angebaute Früchte kommen ohne diese Schadstoffe aus und stellen die nachhaltigere Alternative dar.

Fazit

Ist Honig nachhaltig? Wie wir gezeigt haben, hängt die Antwort auf diese Frage vor allem von folgenden Kriterien ab:

  • Stammt das Produkt von traditionellen Imkern oder aus der Massenproduktion in „Honigfabriken“?
  • Wie sehr ist der Honig mit Schadstoffen oder gentechnisch verändertem Pollen belastet?
  • Werden die Bienen artgerecht gehalten und gefüttert?
  • Dürfen Sie zumindest einen Teil ihres produzierten Honigs behalten?
  • Werden chemische Mittel zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt?
  • Welche Strecke muss das Produkt bis zum Endverbraucher zurücklegen?
  • Ist der Honig umweltfreundlich verpackt – etwa in Mehrweg-Gläsern?
  • Erhalten die Produzenten einen fairen Lohn für ihr Produkt?

Wenn du all diese Kriterien beachten möchtest, solltest du Honig von Imkern aus deiner Region den Vorzug geben.

So kannst du sicher sein, ein möglichst reines Produkt zu erhalten, das in Einklang mit den strengen deutschen Gesetzen hergestellt wird.

Noch weiter gehen die ökologischen Kriterien beim Bio-Honig, und wenn es unbedingt Honig aus fernen Ländern sein muss, solltest du auf Fair Trade-Siegel achten.

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