Umweltfreundliche Alternativen zur Luftpolsterfolie aus Plastik

Greifst du normalerweise zu Luftpolsterfolie, um Gegenstände sicher zu verschicken?

Zumindest hat jeder von uns schon unzählige Male Sendungen bekommen, deren Inhalt darin verpackt war.

Blisterfolie aus Kunststoff ist ein sehr beliebtes Füllmaterial beim Artikelversand, für Privatpersonen wie Unternehmen gleichermaßen.

Aber wie wir alle wissen, ist Kunststoff ein großes Problem für unsere Umwelt und oftmals auch eine Gesundheitsgefahr.

Seit 1950 wurden 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff hergestellt.

Da mehr als 90% dieses Kunststoffs nicht recycelt werden, was denkst du, wo diese Mengen landen? Genau: Auf Deponien und in unseren Ozeanen.

Durch die Verwendung umweltfreundlicherer Alternativen zur Luftpolsterfolie können wir einen erheblichen Teil des Kunststoffabfalls einsparen.

In diesem Artikel werden wir uns die Probleme mit Luftpolsterfolie genauer ansehen und dir einige tolle umweltfreundliche und sichere Alternativen zur “Knallfolie” zeigen.

Das Ausmaß des Kunststoffverpackungsproblems

Laut National Geographic ist dies die schockierende Realität über Kunststoffverpackungen:

40% allen produzierten Kunststoffs wird für Verpackungen hergestellt, nur einmal verwendet und dann weggeworfen. Klick um zu Tweeten

Kunststoff-Luftpolsterfolie ist dabei seit Jahrzehnten die erste Wahl bei Verpackungsmaterialien für den Versand.

Sie wird in der Regel transparent hergestellt, ist billig und eignet sich gut zum Schutz von Postsendungen.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es bessere (plastikfreie) Alternativen gibt, die gleichermaßen effektiv sind.

Nachhaltig denkende Unternehmen setzen vermehrt auf biologisch abbaubare Verpackungslösungen.

Da die Nachfrage nach derart umweltfreundlicheren Lösungen steigt, könnte Blisterfolie aus Plastik letztendlich bald der Vergangenheit angehören.

Blisterfolie ist allgegenwärtig

Blisterfolie Schere
Foto: Stefan Schweihofer

Seit ihrer erstmaligen Herstellung im Jahr 1957 in New Jersey wurde Kunststoff-Luftpolsterfolie verwendet, um die verschiedensten Produkt vor Bruch oder Beschädigung beim Versand zu schützen.

So wurden Arzneimittel, Haushaltsgeräte, Glaswaren, Geschirr, Spielzeug, Kunstwerke, Parfums, Lampenschirme und vieles mehr damit eingewickelt und sicher verpackt.

Privatpersonen und Hersteller gleichermaßen versenden und empfangen mit Luftpolsterfolie verpackte Produkte.

Und obwohl Blisterfolie theoretisch für zukünftige Sendungen wiederverwendet werden kann, ist sie aufgrund ihres voluminösen Designs äußerst unpraktisch zu lagern.

Und seien wir doch ehrlich – wir alle wissen, was normalerweise passiert:

Sobald die Luftblasen zerdrückt sind – und wir alle haben das mit wachsender Begeisterung getan – ist die Folie nicht mehr geeignet, um Gegenstände wirksam zu schützen. Sie muss daher entsorgt werden.

Und genau hier liegt das Problem.

Das Problem der Entsorgung von Blisterfolie

Muldenkipper Deponie
Dies passiert normalerweise mit Luftpolsterfolie und anderen nicht recycelbaren Materialien
Luftpolsterfolie wird fast nie recycelt und landet auf einer Mülldeponie – oder schlimmer noch – in der Natur. Klick um zu Tweeten

Kunststoff-Blisterfolie wird aus Polyethylen hergestellt und ist technisch recycelbar. Allerdings kommt es dabei auf die richtige Entsorgung und Mülltrennung an.

Beispiel: Mit Luftpolsterfolie ausgekleidete Briefumschläge gehören nicht in die gelbe Tonne, sondern in den Restmüll (weil sich die Folie nicht vom Papier trennen lässt).

Bedeutet: Der Luftpolsterumschlag landet auf einer Mülldeponie oder in der Verbrennung.

Im Übrigen zeigt sich hier, dass es selbst in Deutschland – was weltweit vorn dabei ist mit der Mülltrennung und Recycling – schwierig ist, Kunststoffe wie Blisterfolie vollständig wiederzuverwerten.

In anderen Ländern ist die Lage noch weitaus drastischer. Dabei brauchen wir gar nicht weit zu schauen, es reicht als Beispiel der Blick zu unserem Nachbarn, dem Vereinigten Königreich.

Laura Freeman von der Dailymail fragte ihre Gemeinde in Großbritannien (die keine Luftpolsterfolie recycelt), was sie denn mit den absurden Mengen an Luftpolsterfolie tun soll, nachdem sie ihre Wohnung neu eingerichtet hatte.

Der Stadtrat schlug vor, die Folien für einen möglichen zukünftigen Umzug aufzubewahren oder „Vasen einzuwickeln“.

Alternativ, so wurde ihr gesagt, könne sie die Folien in ihren Hausmüll werfen, der dann auf die Mülldeponie gebracht würde.

Damit hätte ihr die Stadtverwaltung genauso gut empfehlen können, die Folie in ihrem Garten zu vergraben.

Umweltprobleme der Luftpolsterfolie

Polyethylen, ein Kunststoff auf Erdölbasis, ist nicht biologisch abbaubar, geschweige denn kompostierbar.

In diesem Zusammenhang: Lass dich nicht von sogenannten “biologisch abbaubaren” oder “umweltfreundlichen” Kunststoffen täuschen. Sofern es sich nicht tatsächlich um 100% pflanzliche Kunststoffe handelt, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um „oxo-abbaubare” Kunststoffe handelt, die als „grüne” Alternative vermarktet werden.

In Wirklichkeit sind diese „oxo-abbaubaren” Kunststoffe sogar noch schlechter als herkömmliche Kunststoffe. Finde in diesem Artikel heraus, warum du dich von ihnen fernhalten solltest (im Abschnitt „Vorsicht bei “oxo-abbaubar“ oder “oxo-biologisch abbaubar“”).

Darüber hinaus wurden frühere Inkarnationen von Kunststoff-Luftpolsterfolien (vor 2008) aus einer Polymerfolie hergestellt, die als „biologisch toxisch“ für die Umwelt eingestuft wird.

Obwohl sich immer mehr Hersteller von diesem giftigen Material abwenden, bleibt das Hauptproblem bestehen: Herkömmliche Luftpolsterfolie ist nicht nur umweltschädlich, sondern nimmt auch viel Platz auf Deponien in Anspruch – ganz abgesehen von Jahrhunderten an Zeit.

Gesundheitsgefahren

Mann in Luftpolsterfolie
Foto: Mitchell Griest

Kunststoff wird aus schädlichen oder sogar giftigen Chemikalien hergestellt.

Die meisten von uns glauben, dass Kunststoff sowohl praktisch als auch sicher ist. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Kunststoff für Menschen nicht sicher ist.

Beispielsweise können die Chemikalien, aus denen die von uns verwendeten Kunststoffbehälter und -materialien hergestellt werden, in die von uns konsumierten Lebensmittel- und Getränkeprodukte gelangen.

Dass diese Chemikalien mittlerweile im menschlichen Körper angekommen sind, haben Studien bereits bewiesen.

Der Kontakt mit diesen Chemikalien aus Plastik kann zu Geburtsfehlern, einigen Krebsarten und anderen schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen.

Während wir zwar versuchen können, uns zu schützen, indem wir Plastikwasserflaschen vermeiden, landen Kunststoffe wie Luftpolsterfolien letztendlich auf Deponien oder im Meer.

Dort verschmutzen sie den Boden, das Grundwasser und werden von Tieren gefressen oder verletzen sie. In jedem Fall gelangt Plastik in die Nahrungskette und landet somit auf unseren Tellern oder in unserem Trinkwasser.

Gefahr für das Leben im Meer

Wal voller Plastikmüll

Auch wenn wir versuchen, unseren Plastikverbrauch Zuhause zu reduzieren, so müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass Kunststoff weiterhin die Umwelt verschmutzt und Lebenwesen betrifft.

Die meisten von uns haben das Video oben gesehen, oder ähnliche Schlagzeilen über Wale und Delfine gelesen, die an Stränden mit ihren Mägen voller Plastik angespült wurden.

Aber was ist mit den Tieren, die keine Schlagzeilen machen – zum Beispiel dem Fisch, den viele von uns essen? Auch sie sind der Plastikverschmutzung ausgesetzt.

Laut Wissenschaftlern sind in den von uns verzehrten Schalentieren und Fischen bereits massenhaft Plastikpartikel enthalten.

Diese Fasern, Fragmente und Mikropartikel aus Kunststoff werden häufig im Darm von Meerestieren angereichert.

Dies kann für sie besonders gefährlich sein, da diese Fragmente sich verklumpen und ihren Wirt schwer verletzen oder sogar töten können.

Dies ist natürlich ein weiterer Weg, wie Mikroplastik in die Nahrungskette und letztendlich in den menschlichen Körper gelangt.

Wie viel lagert sich in unserem Körper nach einem Jahr, einem Jahrzehnt oder einer Lebzeit an, über die wir diese giftigen Plastiksubstanzen aufgenommen haben? Was sind die langfristigen Auswirkungen auf unsere Gesundheit?

Wenn man inne hält und überlegt, wie stark wir von Plastik bombardiert werden und wie es unsere Umwelt verschmutzt, lässt sich leicht sehen, dass die Vermeidung von Plastikflaschen nur ein Lösungsansatz ist.

Eine umfassende Reduzierung von Kunststoffen – einschließlich Luftpolsterfolie – ist erforderlich, um eine dramatische Veränderung für uns und unsere Umwelt zu bewirken.

Alternativen zur Luftpolsterfolie

Die folgenden Produkte sind einige praktische Alternativen zu Kunststoff-Luftpolsterfolien, die sowohl bei Unternehmen als auch bei einzelnen Verbrauchern immer beliebter werden.

Während einige von ihnen in Läden zu finden sind, die Verpackungen und Versandmaterialien verkaufen, können alle auch online gekauft werden.

Lies im Folgenden, welche nachhaltigen Lösungen es gibt und welche davon für dich ideal sind.

Biologisch abbaubare Verpackungschips

Biologisch abbaubare Verpackungserdnüsse

Konventionelle Füllmaterial aus Styropor ist genau wie Plastik-Luftpolsterfolie nicht umweltfreundlich.

Aber es gibt durchaus biologisch abbaubare “Verpackungserdnüsse” als clevere Alternative zu Luftpolsterfolie und Füllmaterial aus Styropor.

Diese umweltfreundlichen Verpackungschips werden in der Regel aus Stärke oder anderen biologisch abbaubaren Materialien hergestellt und zersetzen sich leicht, ohne die Umwelt zu schädigen.

Meistens sind diese pflanzlichen Füllmaterialien sogar antistatisch, sodass sie nicht an Händen, Kleidung oder anderen Oberflächen haften.

Wellpappe

geriffelte Wellpappe Rolle

Geriffelte Wellpappe besteht – wie der Name schon sagt – aus Pappe oder Papier und ist damit also biologisch abbaubar und für die Umwelt und Gesundheit unbedenklich.

Sie ist recycelbar und kompostierbar und erfüllt natürlich ihren Zweck, die zu versendenden Gegenstände gut zu polstern und zu schützen.

Obwohl diese Art von Verpackungsmaterial möglicherweise nicht die sicherste Alternative für sehr empfindliche Produkte ist (überlege daher also sorgfältig, bevor du sie zum Schutz von Gegenständen aus Glas verwendest), kann sie sicher für viele andere Produkte hervorragend verwendet werden.

Papierschnitzel

Papierschnitzel Papierschnipsel Füllmaterial

Geschredderte Papierschnipsel sind eine tolle praktische Alternative zu Luftpolsterfolie, da sie vollständig kompostierbar und sehr dämpfend sind.

Sie sind nicht nur vergleichsweise erschwinglich, sondern auch besonders wirksam in ihrer Schutzwirkung. Das Papier wird normalerweise in komprimierter Form geliefert und dehnt sich bei Verwendung aus.

Ein Nachteil bei der Verwendung dieser Art von Füllmaterial ist, dass du beim Verpacken von leicht zerbrechlichen Materialien wie Glaswaren möglicherweise etwas mehr davon verwenden musst.

Da Papierschnipsel jedoch kostengünstig sind und häufig (je nach Hersteller) aus Recyclingpapier hergestellt werden, sind sie eine hervorragende umweltfreundliche Option, um Kunststoff zu ersetzen.

Schrenzpapier

Schrenzpapier Packpapier Füllmaterial

Einige Unternehmen nutzen besonders gerne Knüllpapier, um die Hohlräume zwischen Produkt- und Versandverpackung zu füllen und so die Produkte beim Versand zu schützen.

Diese Art von Packpapier wird normalerweise als Rolle verkauft und verhindert, dass die Gegenstände in der Umverpackung herumrutschen und bietet dadurch Polsterung und Schutz.

Der Nachteil ist, dass die Dämpfungswirkung für sehr zerbrechliche oder empfindliche Gegenstände möglicherweise nicht ausreicht.

Schrenzpapier ist jedoch effektiv, um Gegenstände sicher in ihren Versandverpackungen zu fixieren.

Pilzverpackungen

Ecovative Pilzverpackung
100% kompostierbare Pilzverpackung von Ecovative (Foto: mycobond lizenziert unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic Lizenz)

Die aus Pilzwurzeln hergestellte Pilzverpackung ist ein umweltfreundliches neues Verpackungsmaterial, das leicht zu kompostieren ist.

Das amerikanische Start-up Ecovative machte sich einen Namen, als es das Interesse von großen Unternehmen wie DELL und IKEA weckte und sogar deals mit ihnen abschloss.

Diese großen Unternehmen erkennen also die Vorteile dieser Erfindung und werden zukünftig die ökologische und vollständig kompostierbare Pilzverpackung anstelle von Polystyrol (allgemein bekannt als Styropor) verwenden, um ihre Computer und Möbel zu verpacken.

Bei der Herstellung dieses Materials werden keine giftigen Substanzen freigesetzt, und du kannst es einfach in deinem Garten kompostieren. Dies ist also tatsächlich eine wunderbar grüne Alternative zu Kunststoffverpackungen.

Im folgenden kurzen Video siehst du, was diese Pilzverpackung genau ist und welche Vorteile sie bietet:

Pilzverpackung als Alternative zu Styropor

Nachteile? Eigentlich keine – außer, dass sie immer noch relativ schwer zu kaufen ist – selbst online.

Sobald Ecovative jedoch seine Produktionskapazität erweitert und andere Unternehmen möglicherweise ähnliche Lösungen anbieten, ist dies hoffentlich der seit langem benötigte Ersatz für Styropor.

Erfahre mehr oder bestelle hier Pilzverpackungen.

Kreative und zukünftige Lösungen

Denke beim Versenden von Artikeln daran, dass du auch andere Dinge als Ersatz für Luftpolsterfolie verwenden kannst, die du meistens schon zu Hause hast.

Hast du beispielsweise noch Plastiktüten herumliegen? Knülle sie zusammen, um sie als Füll- und Dämpfungsmaterial zu verwenden.

Zeitungen, Kataloge und alte Kleidung können ebenfalls zum Polstern und Auffüllen verwendet werden.

Halte außerdem die Augen offen nach weiteren innovativen, umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien wie Algen, Seetang, Bagasse und Palmfasern.

Fazit

Es gibt absolut keinen Grund, weiterhin Luftpolsterfolie zu verwenden, die für unsere Umwelt und Gesundheit so schädlich ist.

Wie wir in diesem Artikel gesehen haben, gibt es viele bessere Alternativen, die alle nachhaltig, umweltfreundlich und ungiftig sind.

Welches ist dein Favorit?

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