Ist Reis nachhaltig? Was du wissen musst (+5 Tipps)

Florian

Reis ist ein Grundnahrungsmittel in vielen Ländern der Welt – Schätzungen nach sogar für etwa die Hälfte der Weltbevölkerung.

Bei solch hohem Konsum, den vielen verschiedenen Reissorten und weit verbreitetem Import- und Export stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit von Reis.

Jedoch ist die Frage, ob Reis nachhaltig ist, gar nicht so einfach zu beantworten. Es hängt nämlich hauptsächlich davon ab, wo und wie der Reis angebaut wird.

In diesem Artikel werden wir uns einige der Arten ansehen, wie Reis weltweit angebaut wird, und wie das seine Nachhaltigkeit bestimmt.

Außerdem zeigen wir dir, wie du nachhaltigen Reis erkennen kannst.

Wird Reis nachhaltig angebaut?

Diese Frage lässt sich nicht einfach mit einem simplen „ja“ oder „nein“ beantworten.

Reis ist für viele Länder ein wichtiges Exportprodukt, aber 5 dieser Länder ragen als die größten Reisexporteure hervor.

Indien steht mit einem Export von über 15.000 Tonnen im Jahr 2020/2021 an der Spitze der Liste der jährlich am meisten exportierten Reissorten.

Zu den anderen vier führenden Reisexportländern gehören Vietnam, Thailand, Pakistan und die USA.

Auch China, Burma und Kambodscha exportierten 2020/2021 über 1.000 Tonnen Reis.

Wie du siehst, sind die meisten Reisexportländern (mit Ausnahme der Vereinigten Staaten) Entwicklungsländer oder Schwellenländer.

Selbst China gilt trotz seiner hohen Wirtschaftsleistung immer noch als Entwicklungsland (auch wenn es als Schwellenland nicht mehr alle typischen Merkmale aufweist).

Entwicklungsländer haben oft nicht die Mittel, um Reis auf nachhaltige Weise anzubauen, da dies ein sehr teurer Prozess sein kann.

Der nachhaltige Anbau von Nutzpflanzen erfordert Know-How, Zugang zu Technologie, aktive Forschung sowie ressourcenschonende Prozesse.

Die meisten Reisbauern in Entwicklungsländern haben jedoch schlichtweg weder das Wissen noch die Ressourcen, die sie für einen nachhaltigen Reisanbau benötigen würden.

Auf der anderen Seite unternehmen Industrieländer wie die USA beständig Schritte, um die Nachhaltigkeit ihrer heimischen Reisproduktion zu gewährleisten.

Sie tun dies beispielsweise, indem sie die Flächeneffizienz erhöhen, den Wasser- und Energieverbrauch senken sowie die Treibhausgasemissionen und den Bodenverlust reduzieren.

Die USA sind jedoch bekanntermaßen ein Industrieland, das wesentlich mehr Zugang zu Forschung, Wissen und Technologie hat, welche allesamt für einen nachhaltigen Reisanbau erforderlich sind.

Ob Reis nachhaltig angebaut wird oder nicht, hängt grundsätzlich davon ab, wo und wie er angebaut wird.

Ist Reis umweltfreundlich?

Dies ist eine schwierig zu beantwortende Frage, denn auch hier kommt es maßgeblich darauf an, wo er angebaut wird.

Im traditionellen Anbau verbraucht Reisanbau viel Landfläche und Wasser. Wasser ist eine wertvolle und knappe erneuerbare Ressource.

Um ein einziges Kilogramm Reis zu erzeugen, werden im üblichen Nassanbau bis zu 5.000 Liter Wasser verbraucht.

Und das zudem in Regionen, wo viele Menschen ohnehin oft keinen oder begrenzten Zugang zu sauberem Wasser haben.

Außerdem verursacht Reisanbau massiv den Ausstoß von Methangas – ein Treibhausgas 30-mal wirksamer als CO2 – welches im Schlamm der überfluteten Felder gebildet wird.

Zudem führt Reisanbau oft zur Schädigung des Bodens, Bodenerosion und zum Verlust von Bodennährstoffen.

Auch die Ausrüstung für die Aussaat, Ernte und Verarbeitung von Reis verbraucht viel Energie und verursacht Treibhausgasemissionen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass Reis nachhaltig angebaut wird.

Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand. Je nachhaltiger Reis angebaut wird, desto umweltfreundlicher ist er auch.

Wenn Landwirte einen Weg finden können, wie sie ihren Boden-, Wasser- und Landverbrauch senken sowie Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen reduzieren können, gestaltet sich ihr Reisanbau umweltfreundlicher.

Auch hier haben Erzeuger in den Industrieländern generell einen Vorteil, da sie mehr Know How, Technik und finanzielle Ressourcen dazu haben.

Das heißt allerdings nicht, dass sich die Entwicklungsländer nicht bemühen, Reis auf umweltfreundliche und nachhaltige Weise anzubauen.

Es bedeutet nur, dass es für Reisbauern in Ländern wie Indien, Vietnam und Thailand schwieriger ist und möglicherweise länger dauert, um in puncto Nachhaltigkeit beim Reisanbau erfolgreich zu sein.

Ist Reis biologisch?

Um als biologisch angebaut zu gelten, muss ein Lebensmittel u.a. ohne den Einsatz schädlicher Chemikalien wie Insektizide, Herbizide und Fungizide angebaut werden.

Die meisten Nutzpflanzen – einschließlich Reis – sind jedoch anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Deshalb müssen die meisten Krankheiten der Reispflanze mit einem Fungizid oder anderen Chemikalien behandelt werden.

Wenn einige dieser Krankheiten nicht behandelt werden, kann dies dazu führen, dass die gesamte Ernte verloren geht.

Diese Chemikalien können jedoch Menschen, Tieren und der Umwelt schaden, sodass die Nachfrage nach Bio-Reis steigt.

Kurz gesagt, es gibt einige Anbieter von Bio-Reis, aber bei Weitem nicht jeder Reis wird biologisch angebaut.

Der biologische Anbau jeglicher Art von Pflanzen erfordert Zeit und Geld für Ressourcen und Technologien, zu denen viele Bauern oft noch keinen Zugang haben.

Gibt es unterschiedlich nachhaltige Reisanbaumethoden?

Reis ist eine der wasserintensivsten Nutzpflanzen und verbraucht rund ein Drittel des Süßwassers der Welt allein für den Anbau.

Überflutete Reisfelder schaffen zudem oft perfekte Bedingungen für Mikroben, die das Treibhausgas Methan produzieren (welches ein vielfach stärkeres Treibhausgas als CO2 ist).

Der Schlüssel für einen nachhaltigeren Reisanbau liegt also in einer Alternative zu den überfluteten Feldern sowie eine Reduzierung der Wassermenge zu erreichen, die für den Anbau verwendet wird.

Das ist jedoch leichter gesagt als getan, denn Reis ist ein so wichtiges Grundnahrungsmittel für Milliarden von Menschen, vor allem in Asien.

Denn alternative Methoden des Reisanbaus sind nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie dennoch genug produzieren, um all die Menschen zu ernähren, die darauf angewiesen sind.

Eine neue Anbaumethode mit reduziertem Wasserverbrauch ist also nur dann zukunftsfähig, wenn der Ernteertrag nicht darunter leidet.

Deshalb zögern viele Regierungen damit, Reisanbaumethoden zu fördern, die den Wasserverbrauch auf Kosten des Ertrages senken.

Dabei ist es nicht so, dass es keine Alternativen Anbaumethoden gäbe.

Ein Professor an der Arizona State University in den USA hat beispielsweise bereits eine erprobte Lösung für dieses Problem in Form eines solarbetriebenen Tröpfchenbewässerungssystems gefunden.

Die Resultate dieser Methode überzeugen: das Fluten der Felder entfällt komplett, da die Reispflanzen individuell und automatisch direkt an den Wurzeln bewässert werden.

Das reduziert den Wasserverbrauch um bis zu 60% und verhindert die Entstehung von Methangas praktisch vollständig. Und dazu kommt, dass die Erträge sogar um bis zu 50% höher ausfallen!

Die Schwierigkeit liegt eher daran, dieses neue System in die etablierten Anbauregionen zu bringen, die oft über Jahrhunderte und Jahrtausende gewachsen sind – viel Überzeugungsarbeit also.

Dazu kommt, dass in vielen Ländern Asiens Reis auf Terrassen and Berghängen angebaut wird. Das oberste Feld wird geflutet, läuft über und dann sukzessive auf die darunter liegenden Felder.

Der Reisbauer in der Mitte kann also nicht für sich alleine entscheiden, von der Überflutungsmethode zu einer moderneren Anbaumethode zu wechseln.

Denn zum einen würde das Wasser seines Nachbarn darüber trotzdem auf sein Feld laufen – und zum anderen hängt sein darunterliegender Nachbar von dem überlaufenden Wasser ab.

Der Professor und Erfinder aus Arizona und sein Team sind sich also bewusst, dass sie neben dem technologischen ebenso den sozialen Aspekt angehen müssen, damit sich ihre nachhaltige Anbaumethode durchsetzen kann.

Es ist geplant, das Bewässerungssystem in kleinem Umfang einzusetzen und es schrittweise auf einen größeren Maßstab auszuweiten, wenn es sich als wirksam erweist.

Eine weitere nachhaltige Reisanbaumethode ist die konservierende Bodenbearbeitung.

Dabei bleibt nach der Bestellung der Anbaufläche mindestens 30 % des Bodens mit Ernterückständen bedeckt.

Diese schonende Bodenbearbeitung trägt zur Minimierung der Bodenerosion bei und verringert durch den geringeren Maschineneinsatz auch die Treibhausgasemissionen.

Dies reduziert sowohl die Wind- als auch die Wassererosion und hilft, Nährstoffe im Boden zu erhalten.

Sind bestimmte Reissorten nachhaltiger als andere?

Zwar sind einige Reissorten nachhaltiger als andere, aber bei so vielen verschiedenen Sorten hängt die Nachhaltigkeit hauptsächlich davon ab, wo und wie der Reis angebaut wird.

Im Allgemeinen ist brauner Reis tendenziell nachhaltiger als weißer Reis.

Denn brauner Reis ist ein Vollkornreis, weniger verarbeitet und enthält nach der Ernte noch alle wichtigen Nährstoffe.

Weißer Reis hingegen durchläuft mehr Verarbeitungsschritte, was ihm nicht nur einige seiner Nährstoffe entzieht.

Mehr Verarbeitung bedeutet auch mehr Energieverbrauch, was weniger Nachhaltigkeit bedeutet.

Brauner Reis ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch gesünder.

Unabhängig davon, ob es sich um weißen oder Vollkornreis handelt, ist Bio-Reis generell nachhaltiger, da er ohne den Einsatz schädlicher Chemikalien angebaut wird.

5 Tipps, wie du nachhaltigen Reis wählen kannst

1. FairTrade zertifizierter Reis

Wenn du dich für Fairtrade zertifizierten Reis entscheidest, unterstützt du nicht nur fairen Handel, indem du den Reisbauern ein Mindesteinkommen sicherst.

Auch sozialverträgliche Aspekte wie das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit sowie Diskriminierung werden von Fairtrade überwacht.

Was viele nicht wissen: ein Fairtrade Siegel steht nicht nur für soziale Aspekte, sondern auch für die Einhaltung einer Reihe von Umweltstandards.

Dazu gehören u.a. das Verbot von gefährlichen Chemikalien, umweltverträgliches Wasser- und Abfallmanagement und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen.

2. Biologisch angebauter Reis

Reis, der aus zertifiziert biologischem Anbau stammt ist in puncto Nachhaltigkeit eine sehr gute Entscheidung.

Bio Reis wurde ohne synthetische Pestizide angebaut und vermeidet somit die Verschmutzung von Boden, Luft und Grundwasser.

Wenn du dich für Reis aus biologischen Anbau entscheidest, schützt du zudem nicht nur deine eigene Gesundheit, sondern auch die der Reisbauern, die nicht länger ständig mit den schädlichen Pestiziden in Kontakt kommen.

3. Europäischer Reis

Ja, auch in Europa wird Reis angebaut! Natürlich ist das Volumen im weltweiten Vergleich sehr klein.

Wichtigste Anbauländer in Europa sind Italien und Spanien.

Wenn du dich für Reis aus europäischem Anbau entscheidest, ist der Vorteil zum einen, dass die Umweltstandards in aller Regel höher sind und besser kontrolliert werden als in vielen anderen Ländern, wo Reis angebaut wird.

Zum anderen reduzierst du als europäischer Verbraucher dadurch enorm die Umweltbelastung durch den Transport.

Der umweltschädliche, lange Transportweg via Containerschiff aus Asien entfällt somit.

Leider ist dir aber auch bei europäischem Reis weder Bio-Qualität automatisch garantiert, noch der umweltfreundliche Anbau (Stichwort Methan durch Überflutung).

Entscheide dich deshalb am besten auch bei Reis aus Europa für Bio-Reis.

4. Trockenreis

Trockenreis ist – wie der Name nahelegt – der Anbau von Reis auf trockenen Feldern – im Gegensatz zu den normalerweise überfluteten Reisfeldern.

Dies bringt natürlich direkt den großen Vorteil mit sich, dass der sehr umweltschädliche Methanausstoß nicht stattfindet.

Andererseits ist Trockenreisanbau aufwändiger und hat verstärkt mit Unkraut zu kämpfen – welches auf Flutfeldern nicht wächst.

Dennoch gibt es bereits erfolgreiche Anbieter von Trockenreis – sogar aus Österreich.

5. Nachhaltige Alternativen zu Reis

Es muss vielleicht auch gar nicht immer unbedingt Reis sein.

Schließlich gibt es viele umweltfreundlichere und teilweise sogar gesündere Alternativen zum Reis mit mehr Eiweiß und Mineralstoffen.

Praktisch alle heimischen Getreidesorten und Kartoffeln haben in Bezug auf ihre Nachhaltigkeitsbilanz die Nase weit vor Reis.

Aber auch viele Hülsenfrüchte können in Europa – teilweise sogar in Deutschland – sehr umweltfreundlich angebaut werden und auf lange Transportwege verzichten.

Linsen und Bohnen sind relativ anspruchslos beim Anbau, wachsen hierzulande und sind sogar vorteilhaft für die Bodenfruchtbarkeit.

Eine weitere beliebte Alternative zu Reis ist oftmals Quinoa.

Und obwohl dieses sehr gesunde Pseudogetreide nicht unumstritten ist in puncto Nachhaltigkeit und größtenteils aus Südamerika importiert wird – so richtet es in jedem Fall weniger Umweltschäden an als konventioneller Reisanbau.

Achte deshalb aber auch bei Quinoa auf eine Fairtrade Zertifizierung und Bio-Qualität.

Fazit

Es kann schwierig sein, Reis nachhaltig anzubauen.

Ein Grund ist, dass sein Anbau so wasserintensiv ist und das starke Treibhausgas Methan freisetzt.

Ein anderer Grund liegt darin, dass es in vielen Entwicklungsländern angebaut wird, in denen nachhaltige und umweltfreundliche Anbaumethoden selten angewendet oder kontrolliert werden.

Es gibt allerdings innovative neue Anbaumethoden, die dazu beitragen können, den Reisanbau nachhaltiger zu machen.

Ob Reis nachhaltig ist, liegt also im Wesentlichen daran, wo er angebaut, welche Anbaumethode genutzt und ob er biologisch angebaut wurde.

Hilf jemandem, indem du diesen Artikel teilst – sharing is caring 🙂 !

Möchtest du es zuerst erfahren?

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann willst du dir Folgendes sicher nicht entgehen lassen:

Lass dir von uns kostenlos regelmäßig die besten gesunden Produkte, wirklich nachhaltige Unternehmen und alles rund um einen umweltfreundlichen Lebensstil schicken!

Weitere Beiträge, die dir gefallen werden…