Ist Hafermilch nachhaltig? (Fakten, die du wissen solltest)

Tobias Durant

Pflanzliche Ernährung ist mehr als eine Modeerscheinung.

Viele Konsumenten stören sich an den negativen Umweltauswirkungen der Viehhaltung und suchen eine nachhaltige Alternative zur Kuhmilch.

Neben Produkten aus Soja, Mandeln und Reis stellt besonders die Hafermilch eine solche Alternative dar.

In Sachen CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch und Gewässerverschmutzung weist dieser Milchersatz eine erfreuliche Bilanz auf.

Verbesserungsbedarf besteht dagegen noch bei der Umweltfreundlichkeit der Verpackung

Und auch, wenn es um die Herstellung geht, sollten Konsumenten genau hinsehen: Hafermilch ist nicht gleich Hafermilch.

Darum nehmen wir in diesem Artikel verschiedene Produkte und ihre Zusatzstoffe unter die Lupe.

Außerdem klären wir, ob Hafermilch wirklich gesünder ist als Kuhmilch, für welche Personen sie sich eignet, und warum dieser Milchersatz immer noch relativ teuer ist.

Hafermilch – gibt es das überhaupt?

Wenn du im Handel nach Hafermilch suchst, wirst du nicht fündig werden.

Das rührt daher, dass der Begriff „Milch“ geschützt ist.

Nur Produkte, die von Tieren produziert werden, dürfen nach EU-Verordnung so genannt werden.

Aus diesem Grund greifen Hersteller meist auf Bezeichnungen wie „Haferdrink“ oder „Hafergetränk“ zurück.

Wir verwenden die etwas ungenaue Nomenklatur dennoch, da sie sich im Alltagsgebrauch eingebürgert hat.

Ist Hafermilch ein Naturprodukt?

Wie der Name schon sagt, besteht dieser Milchersatz aus Hafer.

Der zweite Bestandteil ist das Wasser, in dem die Flocken eingeweicht, erhitzt, püriert und anschließend gefiltert werden.

Dieser Prozess ist denkbar einfach – so einfach, dass sich Hafermilch problemlos zuhause herstellen lässt.

Dennoch ist die Hafermilch aus dem Handel meist kein reines Naturprodukt. Das liegt an den verwendeten Zusatzstoffen:

In Großbetrieben werden dem Haferdrink Stabilisatoren hinzugefügt, um ihn länger haltbar zu machen.

Dazu kommen Enzyme, die die Stärke des Hafers in leicht verdaulichen Zucker aufspalten und dem Drink einen süßlichen Geschmack verleihen.

Diese Enzyme kommen zwar in der Natur vor, werden heute jedoch gentechnisch hergestellt.

Eine dementsprechende Kennzeichnung auf der Hafermilch ist nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Auch Säureregulatoren im Getränk müssen vom Hersteller nicht einzeln deklariert werden.

Und schließlich enthält so manche Hafermilch auch künstlichen Süßstoff.

Du siehst also: Wenn du ein möglichst reines Naturprodukt erhalten möchtest, solltest du bei der Hafermilch genau hinsehen.

Weiter unten stellen wir Varianten vor, die mit einem geringen Anteil künstlicher Zusatzstoffe punkten.

Wie gesund ist Hafermilch?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns den wichtigsten Inhalt des Milch-Ersatzes ansehen: Hafer.

Dieses Getreide enthält essentielle Vitamine und Spurenelemente wie Eisen, Magnesium, Silizium sowie Ballaststoffe, die die Verdauung regulieren.

Außerdem besteht Hafer aus langkettigen Kohlenhydraten, die den Blutzuckerspiegel nur langsam anheben.

Dadurch machen sie effektiver satt und liefern dem Körper beständig Energie. Nicht umsonst schwören viele Sportler auf Haferflocken als Kohlenhydrat-Quelle.

Natürlich ist es wichtig, wie viele dieser Grundbestandteile es in die Hafermilch schaffen.

Wie schon erwähnt, wird der Hafer nach dem Pürieren ausgesiebt, damit ein flüssiges Getränk entsteht.

Das ist aus gesundheitlicher Sicht nicht optimal, da so wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen.

Auch wird die langkettige Stärke beim Erhitzen in schnell verdaulichen Zucker umgewandelt.

Diesen lagert unser Körper mit Vorliebe als Fett ein, was zu Übergewicht führen kann. Wer abnehmen möchte, sollte Haferdrinks also mit Bedacht genießen.

Ist Hafermilch gesünder als Kuhmilch?

Für den Vergleich mit der Kuhmilch sehen wir uns als Erstes den Nährwert an:

Hafermilch enthält meist 40–60 kcal pro 100 ml. Das ist weniger als Vollmilch mit 65 kcal und in etwa vergleichbar mit fettarmer Milch.

Doch natürlich gibt die Kalorienzahl nur einen groben Anhaltspunkt, wie gesund ein Produkt ist.

Stattdessen spielen die sog. Makronährstoffe Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß eine wichtige Rolle:

Fett

Vollmilch enthält pro 100 ml etwa 3,5 g Fett – bei Hafermilch sind es nur 1,5 g. Wenn du Wert auf eine fettarme Ernährung legst, eignet sich der pflanzliche Drink also besser.

Doch ob das auch gesünder ist – darüber herrscht keine Einigkeit unter Wissenschaftlern. Milch enthält über 400 Fettsäuren, von denen noch nicht alle erforscht sind.

Die Studienlage weist jedoch darauf hin, dass diese Fettsäuren bei moderatem Konsum keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen haben.

Auch ein verstärktes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte wissenschaftlich nicht belegt werden.

Kohlenhydrate

Wer sich ein wenig mit pflanzlicher Ernährung auskennt, wird von folgendem Befund nicht überrascht sein: Hafermilch enthält fast doppelt so viele Kohlenhydrate wie Kuhmilch.

Aufgrund der Verarbeitung liegen die Kohlenhydrate in kurzkettiger Form vor – kein Optimum, da diese Einfachzucker Heißhunger und Übergewicht begünstigen.

Der in Kuhmilch enthaltene Milchzucker wird dagegen langsamer abgebaut und trägt zu einer gesunden Darmflora bei.

Dieser Punkt geht daher eindeutig an die Kuhmilch – zumindest für Personen, die Milchzucker vertragen.

Eiweiß

Bei diesem Makronährstoff hat Kuhmilch die Nase vorn: Sie enthält mit einem Anteil von 3,4 g/100 ml fast 7 Mal mehr Protein als Hafermilch.

Das ist besonders interessant für Sportler, die auf eine große Menge Eiweiß angewiesen sind.

Aber auch für alle anderen Erwachsenen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine Proteinmenge von 48–57 g pro Tag. Dieser Wert lässt sich mit Kuhmilch deutlich leichter erzielen als mit Hafermilch.

Ergebnis

In Bezug auf die Makronährstoffe liefert Kuhmilch ein durchaus positives Bild ab.

Daneben enthält sie viele wertvolle Vitamine und Spurenelemente, die der Körper benötigt, aber nicht selbst herstellen kann.

Wie kommt es dann, dass dieses Grundnahrungsmittel in letzter Zeit so sehr in Verruf geraten ist?

Fragt man renommierte Wissenschaftler, etwa Prof. Dr. Bernhard Watzl vom Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, liegt das vor allem an Fehlinformationen, die über das Internet verbreitet werden.

Dort wird Milch nicht nur als Dickmacher, sondern auch als Auslöser für eine Reihe von Krankheiten angeprangert: darunter Arteriosklerose, Osteoporose und sogar Prostatakrebs.

Allerdings konnten diese Behauptungen bisher nicht wissenschaftlich bewiesen werden.

Kuhmilch ist scheinbar doch besser als ihr Ruf. Nicht umsonst rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Milch in den Speiseplan einzubauen – und empfiehlt fettarme Varianten für alle, die ihre Kalorienaufnahme senken möchten.

Eine ähnliche Meinung vertritt das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Karlsruhe.

Dieses Institut sieht eine moderate Menge Milch (etwa 250-300 g/Tag) als gesundheitlich unbedenklich an.

Für wen ist Hafermilch geeignet?

Wenn wir uns mit dem Thema Gesundheit beschäftigen, müssen wir auch die Frage stellen: gesund für wen?

Milch-Unverträglichkeit

Als Erstes kommen Menschen mit Laktoseintoleranz in den Sinn.

Diese können den in Kuhmilch enthaltenen Milchzucker nicht verdauen, da sie das Enzym Laktase nicht in ausreichender Menge produzieren. Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Übelkeit können die Folge sein.

Ähnliche Probleme treten bei einer Milchallergie auf. Für Personen mit diesen Beschwerden stellen pflanzliche Ersatzprodukte wie Hafermilch eine gute Alternative dar.

Kinder

Kuhmilch gilt schon lange als Garant für ein gesundes Wachstum und feste Knochen. Sollten unsere Kleinen also auf dieses Getränk verzichten?

Die Antwort der Wissenschaft lautet: Nein, sollten sie nicht.

Im Gegensatz zu Hafermilch enthält Kuhmilch Kalzium: ein Spurenelement, das entscheidend zum Aufbau von Knochen und Zähnen beiträgt.

Auch essenzielle Proteine und das für die kindliche Entwicklung so wichtige Vitamin B12 sucht man bei der Hafermilch vergeblich.

Aus diesem Grund rät beispielsweise die American Society for Nutrition davon ab, Kindern ausschließlich Hafermilch zu geben. Zum selben Schluss kommen deutsche Ernährungsexperten.

Natürlich hat auch die Industrie dieses Manko von Milchersatz-Produkten erkannt: Darum gibt es heute Hafermilch, die mit Kalzium und Vitaminen angereichert ist.

Ist Hafermilch vegan?

Hafermilch enthält rein pflanzliche Bestandteile und ist daher für Veganer geeignet. Das hat dieses Getränk mit Milchersatz aus Soja, Mandeln und Reis gemein.

Ist Hafermilch umweltfreundlich?

Bei Hafer handelt es sich um ein Getreide, das in vielen Regionen Europas angebaut werden kann und zahlreiche ökologische Vorteile bietet:

Die Pflanze ist relativ genügsam und resistent gegen Unkraut, benötigt wenig Pestizide und muss im Vergleich zu anderen Getreidesorten kaum bewässert werden.

Der Dünger-Verbrauch hält sich in Grenzen. EU-Hafer ist außerdem frei von Gentechnik und wird oft in Bio-Qualität angebaut.

Zur Klimabilanz von Hafer liegen im deutschsprachigen Raum leider keine Daten vor.

Folgende US-amerikanische Studie spricht von 580 bis 1140 g Treibhausgasen pro geernteter Tonne, wobei der Einsatz von Kalk einen Großteil der CO2-Emissionen verursacht.

Vergleicht man diese Emissionen mit anderen Getreidearten, fällt Hafer nicht wesentlich klimaschädlicher oder -freundlicher aus.

Im Vergleich zu Roggen, der große Mengen Dünger benötigt, weist er sogar eine positive Bilanz auf.

Natürlich spielt es eine Rolle, woher der Hafer für das Getränk kommt.

Wird er aus dem Ausland importiert, muss Energie für den Transport aufgewendet werden. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe und höhere CO2-Emissionen sind die Folge.

Wird Hafermilch nachhaltig hergestellt?

Betrachtet man die Herstellung von Hafermilch, stellt sich die Nachhaltigkeits-Bilanz durchaus positiv dar.

Bei Hafer handelt es sich um eine nachwachsende Ressource. Und auch das benötigte Wasser ist in Deutschland ausreichend verfügbar.

Außerdem fällt bei der Produktion von Hafermilch relativ wenig Abfall an. Die Kleie, die nach dem Filtrieren des Getränks übrig bleibt, ist ebenfalls zum Verzehr geeignet und kann weiterverkauft werden.

Wenig nachhaltig präsentiert sich dagegen die Verpackung: Industriell hergestellte Hafermilch wird meist in Milchkartons verkauft.

Dadurch entsteht nicht nur viel Abfall. Die Kartons enthalten auch Plastik und Aluminium – zwei Stoffe, die mit gravierenden Umweltschäden verbunden sind.

Auch ist die Recyclingquote alles andere als optimal, da ein Großteil der Verpackung nicht wiederverwendet, sondern verbrannt wird.

Mehrwegflaschen aus Glas gelten als umweltfreundlicher – sofern sie oft befüllt werden.

Ist Hafermilch nachhaltiger als Kuhmilch?

Viele Kunden kaufen Hafermilch nicht nur, weil sie sich pflanzlich ernähren möchten. Auch die Umweltbilanz stellt einen wichtigen Faktor dar.

Hinweis: Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns bei den genannten Zahlen auf diesen Bericht von Stiftung Warentest.

  • Hafermilch erzeugt in der Produktion 3,6 Mal weniger Treibhausgase als Kuhmilch. Der Grund dafür sind die Verdauungsgase der Tiere – allen voran Methan, das als wahrer Klimakiller gilt.

Laut Schätzungen des Umweltbundesamts sind die Tiere sogar für 7,4 % aller Treibhausgase in Deutschland verantwortlich.

  • Doch das Milchvieh verfügt nicht nur über eine ausgeprägte Verdauung. Auch der Durst der Tiere ist enorm. Daher überrascht es nicht, dass Hafermilch mit einem wesentlich geringeren Wasserverbrauch verbunden ist.

Zum Vergleich: Um einen Liter Kuhmilch herzustellen, sind ganze 628 l Wasser nötig – 13 Mal so viel wie beim Milchersatz aus Hafer!

  • Und wenn wir bereits beim Wasser sind: Sieht man sich die Belastung von Gewässern an, ist Kuhmilch ein trauriger Spitzenreiter: Pro Liter Milch gelangen durch Ausscheidungen der Kühe durchschnittlich 9,2 g Phosphat-Äquivalente in das Grundwasser. Das ist fast 7 Mal mehr als bei Hafermilch.

Diese drei Punkte ergeben einen eindeutigen Befund: Hafermilch ist mit wesentlich geringeren Umweltbelastungen verbunden als Kuhmilch und daher eine nachhaltige Alternative.

Ist Hafermilch nachhaltiger als andere Pflanzenmilch?

Hafermilch stellt nicht die einzige Alternative zu tierischer Milch dar.

Auch Soja-, Reis- und Mandelmilch erfreuen sich großer Beliebtheit – hinken jedoch in Sachen Nachhaltigkeit hinterher, wie die folgenden Ausführungen zeigen:

Sojamilch

Sojamilch gilt schon lange als vegane, glutenfreie Alternative zur Kuhmilch.

In letzter Zeit ist die Pflanze in die Kritik geraten, da für den Anbau große Flächen Regenwald vernichtet werden.

Das trifft jedoch eher auf Soja für Tierfutter zu, während Getränke-Soja hauptsächlich aus Europa stammt.

Der Wasserverbrauch ist ähnlich gering wie bei der Hafermilch, und die CO2-Emissionen nur geringfügig höher.

Jedoch verschmutzt Sojamilch die Gewässer fast dreimal so stark wie das Äquivalent aus Hafer.

Außerdem stellte Stiftung Warentest fest, dass mehrere in Deutschland erhältliche Produkte mit Nickel belastet sind.

Mandelmilch

Mandelmilch ist glutenfrei und enthält neben ungesättigten Fettsäuren auch viele gesunde Ballaststoffe.

Genau wie Hafermilch punktet dieses Getränk mit einer guten CO2-Bilanz und trägt nur in geringem Maße zur Verschmutzung von Gewässern bei.

Jedoch benötigt der Anbau von Mandeln viel Wasser.

Das ist besonders problematisch, da Mandeln überwiegend in trocken-heißen Mittelmeerländern angebaut werden. Dadurch wird die dortige Wasserknappheit noch verstärkt.

Reismilch

Milchersatz aus Reis punktet mit ähnlich niedriger CO2-Bilanz und Gewässerverschmutzung wie Hafermilch.

Allerdings wird der Reis auf überfluteten Feldern angebaut. Das resultiert in einem gigantischen Wasserbedarf von 586 Liter pro 1 Liter Reismilch.

Genau wie beim Mandelanbau stellt das in Ländern mit Wasserknappheit ein Problem dar.

Ebenfalls kritisch sehen Experten den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Methan auf Reisfeldern.

Warum ist Hafermilch teurer als Kuhmilch?

Wie bereits erwähnt, ist die Herstellung von Hafermilch relativ unkompliziert – allein schon deshalb, weil sich Hafer so einfach anbauen lässt.

Wie kommt es dann, dass Hafermilch im Vergleich fast doppelt so teuer wie gewöhnliche Kuhmilch ist?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Obwohl die Nachfrage mittlerweile steigt, stellen pflanzliche Drinks immer noch Nischenprodukte dar.

Da sich die verkaufte Menge in Grenzen hält, sind die Hersteller auf höhere Gewinnmargen angewiesen – daher der teurere Preis.

  • Kuhmilch ist ein etabliertes Produkt, dessen Herstellung seit tausenden von Jahren optimiert wird.

Anders bei pflanzlichem Milchersatz. Hier steht die Entwicklung noch ganz am Anfang und kostet entsprechend viel Geld.

  • Auch die Ausgaben für das Marketing dürfen nicht unterschätzt werden. Jeder Verbraucher weiß, was Kuhmilch ist.

Für Hafermilch und andere pflanzliche Produkte sind jedoch teure Werbekampagnen nötig, um sie der breiten Masse näherzubringen.

  • Zu guter Letzt spielt die Zielgruppe eine Rolle: Vegane Milch gilt weithin als Lifestyle-Produkt für anspruchsvolle (und kaufstarke) Konsumenten, die bereit sind, höhere Preise zu zahlen.

Diese vier Punkte erklären die Kosten und geben gleichzeitig Anlass zur Hoffnung: Wenn in Zukunft mehr Verbraucher Hafermilch kaufen und somit die hergestellte Menge erhöht wird, dürften die Preise rapide sinken.

Wie erkenne ich nachhaltige Hafermilch? (+3 empfehlenswerte Produkte)

Wenn du möglichst nachhaltige Hafermilch kaufen möchtest, solltest du auf folgende Kriterien achten:

  • Wird der Hafer nach dem europäischen Bio-Standard angebaut – am besten noch in Deutschland?
  • Hält sich die Zugabe künstlicher oder gentechnisch veränderter Zusatzstoffe in Grenzen?
  • Wie umweltfreundlich ist die Verpackung? Lässt sie sich problemlos entsorgen oder recyceln?

Nicht immer können diese Fragen eindeutig beantwortet werden – vor allem, wenn Kunden auf die Angaben der Hersteller angewiesen sind.

Dennoch haben sich einige Produkte als besonders nachhaltig herauskristallisiert.

Oatly

Die schwedische Firma Oatly ist ein echtes Schwergewicht, wenn es um pflanzliche Milch geht.

Da verwundert es nicht, dass ihr Haferdrink „Barista Edition“ von Stiftung Warentest zum Sieger in der Kategorie „Hafermilch mit Kalzium“ gekürt wurde.

Laut Angaben des Herstellers kommt ausschließlich schwedischer Hafer zum Einsatz, dessen Anbau strengen ökologischen Kriterien genügt.

Wenn du außerdem ein Produkt suchst, das ohne Stabilisatoren und Säureregulatoren auskommt, ist der Oatly-Drink „Hafer Calcium“ perfekt für dich.

Ein Manko: Die Haferdrinks werden in Milchkartons verkauft, was die Nachhaltigkeit trübt.

Auch wurde das Unternehmen unlängst dafür kritisiert, dass es einen Investment-Deal der Firma Blackstone Group angenommen hat.

Diese steht im Verdacht, an der Zerstörung des brasilianischen Regenwalds zu profitieren.

Oatly selbst argumentiert, mit dem investierten Geld die Entwicklung der nachhaltigen Ernährung vorantreiben zu wollen.

Ob der Zweck in diesem Fall die Mittel heiligt, musst du als Verbraucher selbst entscheiden.

Kölln Bio

Auch wenn sich der Name leicht geändert hat – 2020 wurde der Haferdrink Klassik der Firma Kölln von Stiftung Warentest als bester Haferdrink ohne Kalzium ausgezeichnet.

Für die Herstellung kommt ausschließlich Bio-Hafer aus deutschem Anbau zum Einsatz.

Außerdem enthält der Kölln Haferdrink keine künstlichen Aromen oder Zucker-Zusatz. Lediglich die unbedenklichen Stabilisatoren Gellan und Carrageen kommen zum Einsatz.

Einziges Manko: Wie die meisten Haferdrinks wird dieses Produkt in schlecht recycelbaren Milchkartons verkauft.

Voelkel

Als einer der wenigen Hersteller bietet Voelkel Hafermilch in Glasflaschen an.

Diese können bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden und sind daher wesentlich nachhaltiger als Milchkartons.

Auch der Inhalt der Flaschen kann überzeugen: Zum Einsatz kommt Bio-Hafer, der in Deutschland angebaut wird. Auf künstlichen Zuckerzusatz verzichtet die Firma.

Neben Wasser und Hafermehl enthält das Getränk nur Sonnenblumenöl und Meersalz. Daher ist der Geschmack weniger süß als bei anderen industriell hergestellten Produkten.

Wie kann ich Hafermilch selbst herstellen?

Wie du siehst, hast du beim Kauf von Hafermilch viel Auswahl.

Wenn du jedoch Geld sparen, die volle Kontrolle über Inhaltsstoffe behalten und die Umwelt noch mehr schonen möchtest, kannst du Hafermilch auch selbst herstellen.

Dieses Rezept ist für 1 L Hafermilch geeignet:

  1. Fülle 1 L kaltes Wasser und 50–100 g zarte Haferflocken in einen Mixer.
  1. Füge eine Prise Salz hinzu.
  1. Mixe das Wasser und die Haferflocken etwa 2–3 Minuten auf hoher Stufe. Achte darauf, dass sich das Wasser nicht zu sehr erhitzt, da sonst die Konsistenz der Hafermilch dickflüssig wird.
  1. Filtere die fertige Milch durch ein Sieb oder Tuch und fülle sie in eine Flasche.

Drei Dinge gibt es beim Haferdrink in Eigenregie zu beachten:

  • Die Haltbarkeit ist wesentlich geringer als bei Hafermilch aus dem Handel. Du solltest sie also kühl lagern und innerhalb von 2 bis 3 Tagen verzehren.
  • Da die Stärke bei der Herstellung zuhause nicht fermentiert, fehlt der süße Geschmack. Allerdings kannst du nach Belieben Zucker, Früchte oder Süßungsmittel dazugeben.
  • Neben zarten Haferflocken kannst du auch die kernige Variante verwenden. Diese solltest du vor dem Mixen ein paar Minuten einweichen lassen, damit sie weicher wird.

Fazit

In diesem Artikel haben wir versucht, zwei Fragen zu beantworten: „Ist Hafermilch gesünder als Kuhmilch?“, und: „Stellt Hafermilch eine nachhaltige Alternative dar?“

Bei der Antwort auf die erste Frage müssen wir eine Lanze für die oft kritisierte Kuhmilch brechen:

Nicht nur entbehren Aussagen, Milch würde übermäßig dick machen und Krankheiten auslösen, jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.

Kuhmilch enthält darüber hinaus wichtige Makro- und Mikronährstoffe. Nicht umsonst empfehlen Ernährungsexperten Milch als Bestandteil einer gesunden Ernährung – in Maßen, versteht sich.

Das heißt nicht, dass Hafermilch ungesund wäre. Jedoch gehen viele wertvolle Inhaltsstoffe des Hafers bei der industriellen Produktion verloren.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Produkte ohne künstlichen Zucker und Konservierungsmittel wählen oder – noch besser – seine Hafermilch selbst herstellen.

Und wie steht es mit der Nachhaltigkeit?

Hier ist die Hafermilch über jeden Zweifel erhaben. In Sachen CO2-Bilanz, Wasserverbrauch und Gewässerverschmutzung präsentiert sie sich weit weniger umweltschädlich als Kuhmilch.

Und auch im Vergleich mit anderen Pflanzendrinks aus Soja, Reis und Mandeln hat Hafermilch die Nase vorn.

Wer sich pflanzlich ernähren und dabei die Umwelt schonen möchte, kann bei der Hafermilch also problemlos zugreifen – vor allem, wenn der Hafer aus Bio-Produktion stammt und die Milch in Mehrwegflaschen verkauft wird.

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